Apropos... Öffentlichkeit
Herr Visser, gab es ein Erlebnis, das Sie für die Oper entflammen ließ?
Ich stand zwar früh während der Schulzeit in Theaterstücken auf der Bühne, aber ich erinnere mich, wie ich zufällig im Fernsehen eine Übertragung von Wagners «Ring» sah, die Amsterdamer Produktion von Pierre Audi. Während mein Vater Fußball guckte, sah ich fasziniert die «Walküre», eine Woche später «Siegfried», dann die «Götterdämmerung». Das hat mich völlig umgehauen, obwohl ich als Zwölf-, Dreizehnjähriger natürlich nichts verstanden habe.
Sie haben in Italien, Moskau und den Niederlanden inszeniert, nun zum vierten Mal in Deutschland. Gibt es Unterschiede in den Produktionsweisen?
Nein. Ich bereite mich immer sehr gründlich vor, lese und höre alles, was sich finden lässt. Allerdings schaue ich mir keine anderen Aufführungen von dem Werk an, das ich inszeniere. Das überlasse ich dem Dramaturgen, mit dem ich regelmäßig zusammenarbeite, Klaus Bertisch. Wir tauschen uns aus: was funktioniert, was nicht.
War «Semele» Ihr Wunsch? Ein dramatisches Oratorium, keine genuine Oper, Händel hat es zu Lebzeiten nur konzertant aufgeführt…
Nein, das war der Wunsch des Theaters. Ehrlich gesagt, war ich 2014 ...
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In der entscheidenden Szene schweigt das Orchester. Die Pariser Abendgesellschaft auf der Bühne wird von einem Pianisten unterhalten, der sich als Nachfolger Chopins versteht und in der Tat etwas Nocturne-artiges auf die Tasten zaubert – langsam, elegisch in H-Dur beginnend, dann vollgriffig virtuos ausholend. Wie sich später herausstellt, soll er ein Spion...
«Orpheus und Eurydike», 1923 entstanden und 1926 in Kassel uraufgeführt, ist neben der zweiten Symphonie eines der Hauptwerke aus Kreneks expressionistisch-atonaler Frühphase. Während er sonst die Texte zu fast allen seinen Opern selbst schrieb, griff er hier zu Oskar Kokoschkas 1919 im Druck erschienenen Drama – einer modernen Version des antiken Stoffs, die...
Die Frau, wir kennen sie. Stella, der Stern. Hoffmanns Idealgeliebte. Real erscheint sie nicht, nur als Phantasmagorie, als flammende Erinnerung des Dichters. Nach ihr sucht er, aber sucht er nicht vielmehr nach sich selbst? Es ist beides. Mit der Erzählung will er ihr nahekommen. Sie zurückerobern aus den Fängen der Gesellschaft, die sie unter ihrem Applaus...
