Sich lösen, sich finden
Hat man es als Vater und Sohn leichter in der Branche als etwa singende Ehepaare – bei denen mancher lästert, da werde doch nur die «Knochenbeilage» mit engagiert?
Christoph Prégardien: Ähnlichkeiten gibt es schon. Anfangs ist man Julian skeptisch begegnet, nach dem Motto «Prégardien? Der nutzt doch nur den Namen aus.» Inzwischen hat sich der Wind ein bisschen gedreht.
Die Leute fragen jetzt: «Was, der Papa kann noch singen?!» Einerseits ist das lustig – andererseits auch merkwürdig, schließlich kann man heute vokale Konstitutionen leicht per Internet nachprüfen. Einmal wollte mich John Eliot Gardiner zum Vorsingen für den Evangelisten der Johannes-Passion nach London holen – obwohl ich schon einiges mit ihm gemacht hatte. Ich antwortete ihm, wenn er mal nach Köln komme, könne er mir ja vordirigieren.
Julian Prégardien: Wir machen kein großes Gewese um uns, das ist ganz gesund, und bei den Ehepaaren, die etwa in Salzburg auftreten, vielleicht anders. Überhaupt gibt es in der Opernszene einen anderen Personenkult.
Im Oratorium und im Lied sozialisierte Sänger sind also seriöser?
JP: Nicht unbedingt. Aber die Oper als Form spielt mehr mit dem Event, der großen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Hollywood. Irgendwann in den 1920ern. Ein Probedreh im Studio. «Sunset Motion Pictures» heißt die Traumfabrik, die Jürgen Flimm sich von George Tsypin hat ins Schiller Theater bauen lassen. Scheinwerfer, Schminktische, Kameras, Mikros, Best Boys, Glitzergirls – alles stilecht. Auf einer Leinwand Ozeandampfer, Straßenszenen, eine Fahrt im Cabrio, Gesichter in...
«Spezialisten», meinte Nikolaus Harnoncourt vor Jahren im Gespräch mit dem Schreiber dieser Zeilen, «betrachte ich mit Misstrauen. Denn wenn ich etwa nur Musik des Barock spiele, verliere ich den Kontakt zu dem, was künstlerisch sonst noch geschah und geschieht. Das Blickfeld wird eng, was man auch der Interpretation anhört ...» Wenngleich die älteste zur...
Synergien, modifizierte Neuauflagen, neue Zugänge – der Buchmarkt ist um einige Musiklexika reicher geworden. Dass die Pressemitteilungen dazu manchmal vollmundiger daherkommen als das, was der Leser tatsächlich vorfindet, liegt in der Natur des Geschäfts. So soll das von Arnold Jacobshagen und Elisabeth Schmierer herausgegebene «Sachlexikon des Musiktheaters»...
