Sich lösen, sich finden
Hat man es als Vater und Sohn leichter in der Branche als etwa singende Ehepaare – bei denen mancher lästert, da werde doch nur die «Knochenbeilage» mit engagiert?
Christoph Prégardien: Ähnlichkeiten gibt es schon. Anfangs ist man Julian skeptisch begegnet, nach dem Motto «Prégardien? Der nutzt doch nur den Namen aus.» Inzwischen hat sich der Wind ein bisschen gedreht.
Die Leute fragen jetzt: «Was, der Papa kann noch singen?!» Einerseits ist das lustig – andererseits auch merkwürdig, schließlich kann man heute vokale Konstitutionen leicht per Internet nachprüfen. Einmal wollte mich John Eliot Gardiner zum Vorsingen für den Evangelisten der Johannes-Passion nach London holen – obwohl ich schon einiges mit ihm gemacht hatte. Ich antwortete ihm, wenn er mal nach Köln komme, könne er mir ja vordirigieren.
Julian Prégardien: Wir machen kein großes Gewese um uns, das ist ganz gesund, und bei den Ehepaaren, die etwa in Salzburg auftreten, vielleicht anders. Überhaupt gibt es in der Opernszene einen anderen Personenkult.
Im Oratorium und im Lied sozialisierte Sänger sind also seriöser?
JP: Nicht unbedingt. Aber die Oper als Form spielt mehr mit dem Event, der großen ...
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Dass Mozarts «Così fan tutte» den Untertitel «La scuola degli amanti» trägt, also «Die Schule der Liebenden», kann man als Hommage an Antonio Salieris opera buffa «La scuola de’ gelosi» deuten. Oder als Kampfansage: Denn die 1779 in Venedig uraufgeführte «Schule der Eifersüchtigen» hatte sich zu einem der größten Publikumserfolge des italienischen Komponisten...
Hübsch hier. Die verwinkelte Innenstadt, der langgestreckte Marktplatz, eingerahmt von sanierten Altbauten. Im Rathaus aus dem 16. Jahrhundert der obligatorische Ratskeller. An diesem Adventssonntag sind im ostthüringischen Altenburg einige Buden geöffnet, es riecht nach Bratwurst, aus den Lautsprechern dringt, etwas zu laut, nicht ganz so weihnachtliche...
Luxemburg – das lag im Jahr 1909 für die Schöpfer des «Grafen von Luxemburg» mindestens so weit entfernt wie Pontevedro in Franz Lehárs berühmtestem Vorgängerwerk, der «Lustigen Witwe». Aus den politisch ohnmächtigen Randbezirken der Großreiche kamen damals noch nicht die ausgebufften Trickser der Großfinanz, sondern verschwendungssüchtige Aristokraten, die...
