Anrufung, Huldigung, Ermahnung
Die 26-jährige italienische Sopranistin Francesca Aspromonte, die sich in der Alte-Musik-Szene bereits einen Namen gemacht hat, legt mit dieser CD ihr Debütalbum vor und beeindruckt vom ersten bis zum letzten Ton. Sie besitzt eine warme, dunkel timbrierte Stimme von individueller Qualität, ist technisch versiert, singt mit gezügeltem, stets bewusst eingesetzten Vibrato, aber dennoch rundem Ton und ist als Muttersprachlerin der deklamatorischen Phrasierung des italienischen Frühbarock glänzend gewachsen.
Originell auch die Zusammenstellung ihres speziell auf den Opernprolog konzentrierten Programms – elf Musiknummern, die sich über das gesamte 17. Jahrhundert, von Giulio Caccini und Claudio Monteverdi bis zu Alessandro Scarlatti erstrecken.
Den Anfang machen «La Tragedia» und «La Musica», die allegorischen Verkörperungen des gesungenen Dramas in Caccinis «L’Euridice» bzw. Monteverdis «L’Orfeo». In weiteren Opern sind es die Musen, Götter wie Amor, Iris, Venus oder Tugenden, Städte und sogar Nationen wie La Gloria Austriaca mit ihrer Herrscherhuldigung an Kaiser Leopold I. in Pietro Antonio Cestis «Il Pomo d’oro», die sich mit Lob und Dank direkt an die adligen Auftraggeber wenden, ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Uwe Schweikert
Die Uraufführung an der New Yorker Met 1958, von Cecil Beaton ausgestattet, glänzend besetzt, mit Dimitri Mitropoulos am Pult, deutete auf ein Erfolgsstück. Doch kurz darauf fiel «Vanessa», Samuel Barbers erste abendfüllende Oper, bei den Salzburger Festspielen mit Pauken und Trompeten durch. Trotz zweier Versuche, das Werk am Haus seiner Inauguration zu...
Das ging schnell. Im Oktober 2017 erlebte Aribert Reimanns «L’Invisible» seine Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin, ein halbes Jahr später lag das Stück bei Oehms auf CD vor. Ein Zusammenschnitt von drei Vorstellungen samt Generalprobe in Zusammenarbeit mit dem rbb. Das Ensemble des Staatstheaters Braunschweig, wo Operndirektorin Isabel Ostermann das Stück...
Was hat der Gentleman im Dschungel zu tun?», heißt einer der Schlager aus Paul Abrahams «Blume von Hawaii». Wobei die Frage in Bad Ischl genauso gut lauten könnte: Was hat die kulturgeschichtlich eher dem Berliner Raum zugeordnete Revueoperette bei den Operettenfestspielen im österreichischen Kurort mit k.u.k.-Vergangenheit zu suchen? Die Antwort: In diesem Jahr...
