Alles im Fluss
Sehnsüchtig blickt Catherine Malfitano zurück auf ihre Zeiten als Primadonna. Damals, anno 1992, drehte die amerikanische Sopranistin an den drei römischen Originalschauplätzen der «Tosca» an der Seite eines schwärmerischen Plácido Domingo jene Verfilmung des Puccini-Schockers, die den Realismus des Verismo im historischen Ambiente einzufangen suchte.
In Aix strickte Christophe Honoré daraus im Sommer 2019 sein Regiekonzept und erzählt die persönliche Geschichte einer alternden Operndiva, die nachdenkt über das Vergängliche des Künstlerseins, über die Melancholie des Abschiednehmens, über die Bedeutung der Kunst als erlösende Religion. Malfitano blättert tränenreich im Bilderbuch der eigenen Karriere – und möchte dennoch den Zauber des Musiktheaters weitergeben an die nächste Generation: Honoré lässt die Ex-Tosca das Stück bei sich zu Hause mit jungen Sängern nachspielen. «Vissi d’arte», die im historischen Perfekt des «Es war einmal» formulierte Widmung des eigenen Lebens an die Kunst, wird so nicht zuletzt zur Zukunftsfrage an die Kunstform transformiert: Will Oper das noch, kann Oper das noch verlangen und leisten?
Wie visionär Pierre Audi als neuer Intendant des Festival d’Aix ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Krause
61. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752337
REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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REDAKTION
Jürgen Otten
Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | re...
Ich denke, die Opernhäuser und Orchester, aber auch wir Künstler selbst werden drei bittere Lehren aus der durch Corona erzwungenen Spielpause ziehen müssen:
1) «First in, last out»: Wie inzwischen immer deutlicher wird, sind die Abstands- und Hygiene-Auflagen für uns sehr viel strenger und deutlich inkonsequenter als in anderen Bereichen: Wieso dürfen zum Beispiel...
Ein Horn begleitet die Titelheldin auch hier. Doch Klarinette und Fagott gesellen sich dazu, eine Zwiesprache, die weniger das Leid einer verklärten, vergötterten Heroine zum Ausdruck bringt als einer verletzten, zagenden Frau. Eine Nummer kleiner, das trifft es nicht ganz bei Ferdinando Paër und seiner 1804 in Dresden uraufgeführten «Leonora». Es ist, wenn man so...
