Alles halb so wild
Liebe, so befand Stendhal, beginne mit Verwunderung. Welche der vier antiken Grundarten dieser schönsten aller Lebensformen der französische Romancier und Essayist damit im Sinn hatte – ob Philia oder Agape, Storge oder Eros –, das präzisierte er nicht; wir dürfen allerdings davon ausgehen, dass er platonisches und erotisches Ideal in eins setzte, darin Mozart durchaus seelenverwandt, dessen Liebesdiskurs in seinen sieben großen Musiktheaterwerken von «Idomeneo« bis zu «La clemenza di Tito» sämtliche Sphären aufsucht, sie zum Teil genialisch verknüpft.
Erkennbar auf den Gott der sinnlichen Liebe fokussiert sind die drei Da Ponte-Opern.
Dramaturgisch am kniffligsten ist die «Così». Wie soll man beglaubigen, was kaum glaubhaft erscheint? Wieso spielen die beiden Ferrareser Schönheiten das Wahlverwandtschaften-Spiel mit? Was bewegt sie zum goetheanisch gefügten chemischen Experiment? Und: Warum, um Himmels Willen, erkennen sie die Herren nicht? Oder tun sie nur so, als ob, frei nach dem Motto «Tutto nel mondo è burla»? In seiner ersten Arbeit für die Oper umschifft der dänische Schauspielregisseur Jonas Corell Petersen das Problem so raffiniert wie leichtfertig: Er ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jürgen Otten
Ein Jahrzehnt blieb Fritz Wunderlich für das, was man pauschal eine Karriere nennt. Er setzte an, sie zu einer Weltkarriere zu weiten. Am 8. Oktober 1966 sollte der Tenor an der New Yorker Metropolitan Opera debütieren, als Don Ottavio in Mozarts «Don Giovanni». Wenige Tage vor der Abreise beendete ein grotesker Unfall im Haus eines Freundes im Kraichgau, wo...
ARD alpha
08.01. – 20:15 Uhr
Thomas Hengelbrock dirigiert Brahms und Beethoven
Triumphlied op. 55; SymphonieNr. 5 c-Moll op. 67
15.01. – 11.00 Uhr
Frank Peter Zimmermann
und Alvaro Pierri spielen im Kloster Andechs Werke von Manuel de Falla, Mauro Giuliani und Johann Sebastian Bach
22.01. – 11.00 Uhr
Miroslav Srnka: South Pole
Bayerische Staatsoper
22.01. –...
Venedig ist ans Wasser gebunden – auf Gedeih und Verderb. Einst nannte man die Stadt im nordöstlichen Tiefland Italiens die «Königin der Meere». Doch sie wird von der Adria auch immer wieder angegriffen. «Aqua granda» nennen die Einheimischen die tückischen Fluten, die der Scirocco vor allem im Herbst in die Lagune drückt. «Alle Jahre wieder, Anfang November /...
