Alles easy, Franz

Klaus Florian Vogt präsentiert eine Ensembleversion von Schuberts «Schöner Müllerin»

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Das Vorbild ist übermächtig. Nichts Geringeres als Hans Zenders Übermalung der «Winterreise» wird im Booklet-Text angeführt und zugleich konstatiert: Mit der «Schönen Müllerin» habe keiner Vergleichbares gewagt. Wagemut und Chuzpe sprechen daraus – Andreas N. Tarkmann, Komponist und Arrangeur, hat sich selbst die Messlatte (zu?) hoch gelegt. Dabei ist das Vorhaben prinzipiell apart. Mit der Besetzung von Franz Schuberts Oktett soll für den Liederzyklus nicht nur ein buntes Klangkleid geschneidert werden, vielmehr will Tarkmann die 20 Stücke weiterführen und -denken.

Der Initiator dieser Neufassung hat inzwischen den Schritt zum schweren Tenorhelden getan. Und das Bemerkenswerteste an dieser Einspielung ist, wie sehr Klaus Florian Vogt die Stimme weiterhin im Leisen, Lyrischen, Intimen gehorcht. Sie springt sofort an, segelt unverspannt durch alle Register und bewegt sich in diesen Miniaturen, als sei’s ein Spaziergang. Etwas Unverbrauchtes, Frisches klingt daraus, das dem Müllersburschen gut ansteht – zumindest im ersten Teil seiner Reise. Stark ist Vogt, wo er in hohem Tempo und mit glasklarer Diktion den natürlichen Erzähler gibt, etwa in «Ungeduld». Doch in jenen Liedern, mit ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 35
von Markus Thiel

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