Alle Kraft für Peter
Prokofjews «Peter und der Wolf» (1936) zählt zu den Klassikern eines für Kinder konzipierten Hörtheaters. Die Geschichte des kleinen Jungen, der sich über die Gebote des Großvaters hinwegsetzt, den schützenden Hof verlässt, um mit seinen Tierfreunden die gefährliche Welt draußen zu erkunden, liegt in unzähligen Audio- und Filmversionen vor. Namhafte Dirigenten und Orchester nahmen sich der Partitur an, Prominente von Romy Schneider über Peter Ustinov bis zu David Bowie schlüpften in die Rolle des Erzählers. Die Popularität des Stücks scheint ungebrochen.
Kommt es angesichts solcher Konkurrenz also einem Himmelfahrtskommando gleich, den Stoff abermals aufzubereiten? Zumal für einen knapp halbstündigen Animationsfilm, dessen Produktion sage und schreibe fünf Jahre dauerte und eine Crew von mehr als zweihundert Mitarbeitern beschäftigte?
Ob die in Regie der britischen Trickspezialistin Suzie Templeton realisierte jüngste Adaption ihre Herstellungskosten einspielt, bleibt einstweilen dahin gestellt. Cinematografisch jedoch ist der in England vorbereitete und zwischen August 2005 und September 2006 in Polen «gedrehte» Film «Peter & der Wolf» ein Meisterwerk. Allein die Entscheidung, ...
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Der französische Regisseur Laurent Pelly zeigt in seiner Amsterdamer Produktion von Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» aus dem Jahr 2005 Personen, deren Leben durch ein Kartenspiel bestimmt wird – jenes, mit dem die Hexe Fata Morgana und der Zauberer Tschélio zu Beginn um das Schicksal des Königreichs und des Prinzen pokern. Durch diese Grundkonstellation...
Die Lage bleibt unübersichtlich, die Suche nach Orientierung ein Abenteuer. So ungewiss, so haltlos wie das Leben im heutigen Russland, so brüchig ist auch das Verhältnis zu Tradition, Geschichte und Kunst geworden. Der allgemeinen Verunsicherung entsprechen ästhetische Provisorien, nicht zuletzt auf den (Musiktheater-)Bühnen. Wie hält man es mit Tschaikowsky,...
Würde man die neue «Carmen» in Covent Garden an der Zahl der Hintern messen, die sie auf die Stühle des Royal Opera House lockt, müsste man sie einen spektakulären Hit nennen. Francesca Zambellos Inszenierung gibt dem Publikum Zucker, die Produktion wird sich zweifellos als ebenso langlebige wie profitable Repertoire-Nummer bewähren.
Macht man das Urteil indes an...
