Albtraum im Uhrwerk
Richard Straussens «Elektra» ist zwar, der monströsen Musik zum Trotz, ein kompaktes Werk; dass es aber ausgerechnet in einem Ausweichquartier zu einer seltenen Kraft und Durchdringung kommt, war so nicht zu erwarten. Der Regisseurin Nina Russi und dem Dirigenten Enrico Calesso gelingt dieses eigentlich gar nicht so kleine Musiktheaterwunder in der Theaterfabrik Blaue Halle, in der das Mainfranken Theater Würzburg derzeit Oper spielt. Wesentlichen Anteil daran hat Ausstatterin Julia Katharina Berndt, deren Bühne ein quadratisches weißes Podest im Orchestermeer ist.
In der Mitte des Spielwürfels eine weiße raumteilende Schwingtür, die längs, quer und diagonal zur schlicht getäfelten Salonwand werden kann. Sie ermöglicht zügige Auftritte und Abgänge, Lauschaktionen, Einsamkeiten, Schattenspiele. Unterm Podest ist es finster und vermüllt. Hier haust Elektra im Halbschatten und hütet Kindheitserinnerungen (Orests Dreirädchen taucht später auf ), während sich oben in Berndts eigenwilliger Variante von Jahrhundertwendekostümen ein bürgerliches Kammerspiel ereignet. Bis in die Mundwinkel der Statisterie hinein ist das ein Belauern und Aufeinanderhocken, eine Häme und eine Angst, eine Lust ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Judith von Sternburg
JUBILARE
Christopher Robson, 1953 im schottischen Städtchen Falkirk geboren, gilt als einer der Pioniere und bedeutenden Vertreter des Countertenor-Gesangs. Seit seinem Debüt an der English National Opera (ENO) in Monteverdis «L’Orfeo» interpretierte er dort in 17 Jahren zahlreiche Rollen vom Barock bis zur Moderne, unter anderem Arsamene in Händels «Ser -se»,...
Der 7. Oktober 2023 hat sich schon jetzt als jenes Datum in unser Gedächtnis eingebrannt, an dem eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurde. Die islamistische Terrororganisation Hamas ermordete an diesem Tag, der zugleich der 50. Jahrestag des Jom-Kippur-Krieges war, in einem Akt kaum vorstellbarer Barbarei mehr als 1.400 Israelis,...
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