Abgehangen

Doderer: Liliom
München | Gärtnerplatztheater

Opernwelt - Logo

Schon Giacomo Puccini hätte aus Franz Molnárs «Liliom» gern eine Oper gemacht. Der Grund hierfür lag auf der Hand: Das Kleine-Leute-Milieu der «Vorstadtlegende», der machohaft rüde, dann aber doch nicht völlig schlechte Jahrmarktsausrufer Liliom und seine Braut Julie, die so stur wie hingebungsvoll hinnimmt, dass er sie schlägt – es wäre der perfekte Stoff für den Komponisten gewesen.

Vielleicht hatte Molnár also recht, den Plan mit der Begründung abzulehnen, dann werde jeder in Zukunft nur noch von Puccinis Musik sprechen – und erst dem 1945 entstandenen Musical «Carousel» seinen Urhebersegen zu geben.

Am Münchner Gärtnerplatztheater hat sich jetzt die österreichische Komponistin Johanna Doderer an eine durchkomponierte Oper gewagt, für die Intendant Josef E. Köpplinger das Stück behutsam eingestrichen hat. Die Uraufführung war eigentlich als Coup zur Neueröffnung des Stammhauses geplant, doch wegen Verzögerungen bei der Generalsanierung muss das Ensemble mit der Münchner Reithalle vorliebnehmen. Geblieben ist immerhin eine Besetzung mit Starbonus: Angelika Kirchschlager verleiht der Karussellbesitzerin Frau Muskat fast schon Züge einer Grande Dame, während die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
Lustvoll vergeigt

Der Abend ist Legende: Sagenhafte 29 Jahre und 369-mal lief Walter Felsensteins Inszenierung des «Ritter Blaubart» an der Komischen Oper Berlin. Jetzt ist sie, knapp ein Vierteljahrhundert nach ihrer Absetzung, als Remake am Staatstheater Cottbus wieder aufgetaucht. Damit setzt sich das Haus an die Spitze eines Trends, dem 2017 auch die Salzburger Festspiele...

Nazarenisch, betörend, hinreissend herb

In die Champions League der Primadonnen ist Elīna Garanča als lyrische Mezzosopranistin aufgestiegen, ohne sich bei der Wahl des Repertoires zu überheben. Ihre bisherigen Alben hat sie als Spiegel ihrer sängerischen ebenso wie der persönlichen Entwicklung gesehen. Als sie vor zehn Jahren ihre erste CD bei der Deutschen Grammophon herausbrachte – «Aria...

Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme

 

Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theateraachen.de
– Macbeth: 6.
– Anatevka: 7., 20., 31.
­– Orphée et Eurydice: 8.
– Puccini, Il Trittico: 15....