Zwischen Himmel und Erde
Das war zu erwarten: Trump und Musk als Opernbösewichte, ihre Machenschaften als Parabeln für Machtmissbrauch und Verführung der Massen. Bei Aristophanes heißen sie Peis -thetairos und Euelpides, Braunfels hat sie philologisch korrekt in Ratefreund und Hoffegut umbenannt, aber sonst wenig Ehrfurcht gezeigt, indem er 1920 die zweieinhalb Jahrtausende alte Komödie in ein katholisches Weihefestspiel verwandelte. Siegen bei Aristophanes die aufmüpfigen Vögel über Zeus, so stabilisiert Braunfels’ eigenhändiges Libretto die Souveränität Gottvaters.
Verwundet und traumatisiert heimgekehrt aus den Schützengräben, war der Komponist, Sohn eines zum Protestantismus konvertierten, jüdischen Vaters, in die Arme der allein seligmachenden Kirche gesunken.
Klassiker zu aktualisieren, ist die Crux fast jeder Theaterarbeit. «Die Vögel» bergen sehr spezielle Probleme. Wie viel Aristophanes steckt in Braunfels, wie viel Zeus im biblischen Gott, kann man ihn ohne Verlust grün einfärben als Synonym für die Natur? Unklar auch, wie die Revolution der Vögel zu bewerten ist – vertreten sie einen begründeten Freiheitsanspruch oder dienen sie nur als Allegorie des von Demagogen gesteuerten Pöbels? Die ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 69
von Volker Tarnow
Ottorino Respighis Musik ist eine Region auf der musikalischen Landkarte, die der vollen Entdeckung und Würdigung noch harrt. Einsame Gipfel daraus grüßen weit ins Land, vor allem die Tondichtungen für großes Orchester «Feste», «Fontane» und «Pini di Roma». Sie begründeten den Ruf eines populären Komponisten, dem, wohl als Antwort auf die wirkungsvolle...
Das Geständnis ist kurz. Kaum zwei Minuten dauert die schwärmerische B-Dur-Arie «Donna non vidi mai simile a questa!», in der Des Grieux mit lakonischen Worten erklärt, dass er noch nie eine solche Frau gesehen habe – und dass er sich ohne Umschweife heillos in sie verliebt habe: «Io t’amo.» Ihre Stimme ist es zuallererst, die ihn im Innersten berührt, dabei hatte...
JUBILARE
Ingeborg Hallstein, die am 23. Mai ihren 90. Geburtstag feiert, kam in München zur Welt und erhielt ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, der Sopranistin und Gesangspädagogin Elisabeth Hallstein. Nach weiteren Gesangsund Schauspielstudien debütierte sie 1958 in Passau als Musette in Puccinis «La Bohème». Es folgten Engagements am Theater Basel und am...
