Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht

Mutige Wagner-Diskurse bei den Osterfestspielen: «Lohengrin» in Baden-Baden, «Rheingold» und ein elektronischer «Ring» in Salzburg

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Leise rieselt der Schwan. Natürlich nicht der ganze, das wäre doch ein bisschen zu viel des Gefieders.

Um das mit satten Klängen und bass erstaunten Ausrufen beschworene «Wunder» in ein triftiges Bild zu fassen, genügen einzelne Federn des sagenumwobenen Tiers, die nun von der Decke des Festspielhauses in Baden-Baden sanft in den Saal hinabschweben, derweil der Ritter von der magischen Gestalt in persilglänzendem Weiß übers Wasser hereingleitet wie ehedem der heilige Franziskus und das reichlich versammelte Volk beglückt – übrigens nicht nur die tapferen Recken des deutschen Reiches, die – zumindest im Libretto – dem Krieg mit den wütenden Ungarn bang entgegensehen, sondern auch die Damen in ihren schicken blauschwarzen Abendroben. Mittendrin die Tugendreiche, Elsa von Brabant, und wie es sich für eine (verkaufte) Braut bei Wagner gehört, trägt sie, Lohengrin gleich, ein weißes Gewand, nur ohne gefiederten Flokati-Mantel, dafür mit gar lieblichen Spitzen.

Vom Kampf gegen den Feind aus dem Osten aber erzählt diese Szene gar nichts. In einem echten Märchen haben solche äußerlichen Realitäten keinen Platz. Und so verzichtet Regisseur Johannes Erath in seiner Lesart der «romantischen ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten

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