Zwischen den Fronten
Uraufführungen gehören an der Oper Erfurt zum guten Ton. 20 in Auftrag gegebene und dort erstmalig aufgeführte Novitäten seit Bezug des Neubaus 2003 bilden eine beachtliche Bilanz für ein Haus dieser Größe.
In der aktuellen Spielzeit unter dem Delphi-Motto «Erkenne dich selbst» wird nun ein Kapitel der Nachkriegsgeschichte des modernen Griechenlands aufgeschlagen.
Der Zweiakter «Eleni» des australisch-griechischen Komponisten Nestor Taylor (*1963) auf ein Libretto von Fergus Carrie basiert auf dem gleichnamigen, 1983 erschienenen Bestseller des griechisch-amerikanischen Autors und Enthüllungsjournalisten Nicholas Gage, der in diesem Buch seiner Mutter Eleni ein Denkmal setzt.
Die Geschichte führt in ein griechisches Dorf, das in den Jahren 1947 bis 1949 zwischen die Fronten des Bürgerkrieges geraten ist und in dem kommunistische Partisanen rechtsgerichteten Regierungstruppen gegenüberstehen. Ohne deren Motive zu hinterfragen, werden die Partisanen dort (vor allem von der Titelheldin) als jene kaltherzige Macht wahrgenommen, die den Familien ihre Kinder entreißt, um sie in realsozialistische Bruderstaaten zu «verschicken». Eine Aktion, die der Form nach «freiwillig» war, ...
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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Joachim Lange
arte
05.02. – 17.30 Uhr Ode an die Nacht Das Klassikfestival La Folle Journée der bretonischen Stadt Nantes steht 2023 ganz im Zeichen der Nacht in der Musik. Neben Mozarts «kleiner Nachtmusik» und der «Barcarolle» aus Offenbachs «Les contes d’Hoffmann» stehen Werke von Bizet, Chopin, Boccherini, Dvořák und Strauss auf dem Programm des Abschlusskonzerts, das ARTE...
Um diesen Krieg der Königinnen stimmlich angemessen (und) überwältigend in Szene zu setzen, braucht es zwei Belcanto-Kaliber von annähernd identischer Strahlkraft. Zwar ist die titelgebende Maria Stuarda offiziell Donizettis Prima Donna, Elisabetta nur die Seconda, und offenbaren legendäre Besetzungen der Vergangenheit einen gewissen Prominenzvorsprung für die...
In Augsburg gibt es einige glänzende Räume: den Goldenen Saal im Rathaus, den kleinen Goldenen Saal des Jesuitenkollegs, in das Leopold Mozart zur Schule ging, den Festsaal im Schaezlerpalais, in dem Marie-Antoinette vor ihrer Hochzeit mit Ludwig XVI. eine Nacht durchtanzte. Sie alle blenden, obwohl aus unterschiedlichen Epochen, das Auge mit ihren Schnitzereien...
