Zweierbeziehungen
Acht Personen, die niemals zusammen auf der Bühne stehen: für ein chorloses fünfstündiges Werk bedeutet das durchaus die Konstellation einer Kammeroper, wenngleich das Getöse der Schmiedelieder und das Schlussduett diesen Aspekt konterkarieren und mit den Schicksalswettern der dritten Orchestereinleitung gleichsam die «Götterdämmerung» ernstlich-eschatologisch anhebt. Es war, als stellte der Frankfurter GMD und «Siegfried»-Dirigent Sebastian Weigle die zwölfjährige Schaffenspause und die Ambivalenzen dieser «Ring»-Station in den Mittelpunkt seiner Interpretation.
Die Naturklänge, die Märchentöne der ersten beiden Akte blühten farbenfroh oder in lyrischer Versunkenheit auf, und die Bedächtigkeit des Vortrags tendierte manchmal (etwa, wenn die solistische Basstuba beteiligt war) geradezu zum senza tempo. Drastisch-groteske Anschärfungen wurden wirkungsvoll kontrastierend danebengesetzt, ohne dass jemals forcierte Dramatik evoziert worden wäre. Unterm Strich ergaben sich bedeutende Aktlängen sowie viele sonst vom Gesamtsog verschlungene Einzelheiten, die nun deutlich ausgespielt, sogar herauspräpariert erschienen. Und dennoch niemals Motivpaukerei, sondern ein breit ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Hans-Klaus Jungheinrich
52. Jahrgang Nr. 12
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.11.2011
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Gläserne Strahlkraft. Dramatische Fallhöhe und eine luxurierend ummäntelte Erotik. Die stimmliche Ausstattung von Véronique Gens, wenn man sie live hört, ist etwas Besonderes. Sie lässt sich kaum besser umschreiben als mit dem Ausdruck «grandeur». «Würde», «Herrlichkeit», «Grandezza» – das alles schwingt mit. Nicht sehr moderne Eigenschaften, scheint es. Véronique...
Der Dichter spricht. Oder präziser: Er schreibt – und das mit jener sowohl dem Gegenstand als auch der Adressatin seiner Betrachtungen angemessenen Euphorie: «Ja, meine Geliebte, hier bin ich endlich angekommen, hier, wo ich schon lang einmal hätte sein sollen, manche Schicksale meines Lebens wären linder geworden. Doch wer kann das sagen, und wenn ich’s gestehen...
