Zweierbeziehungen
Acht Personen, die niemals zusammen auf der Bühne stehen: für ein chorloses fünfstündiges Werk bedeutet das durchaus die Konstellation einer Kammeroper, wenngleich das Getöse der Schmiedelieder und das Schlussduett diesen Aspekt konterkarieren und mit den Schicksalswettern der dritten Orchestereinleitung gleichsam die «Götterdämmerung» ernstlich-eschatologisch anhebt. Es war, als stellte der Frankfurter GMD und «Siegfried»-Dirigent Sebastian Weigle die zwölfjährige Schaffenspause und die Ambivalenzen dieser «Ring»-Station in den Mittelpunkt seiner Interpretation.
Die Naturklänge, die Märchentöne der ersten beiden Akte blühten farbenfroh oder in lyrischer Versunkenheit auf, und die Bedächtigkeit des Vortrags tendierte manchmal (etwa, wenn die solistische Basstuba beteiligt war) geradezu zum senza tempo. Drastisch-groteske Anschärfungen wurden wirkungsvoll kontrastierend danebengesetzt, ohne dass jemals forcierte Dramatik evoziert worden wäre. Unterm Strich ergaben sich bedeutende Aktlängen sowie viele sonst vom Gesamtsog verschlungene Einzelheiten, die nun deutlich ausgespielt, sogar herauspräpariert erschienen. Und dennoch niemals Motivpaukerei, sondern ein breit ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Hans-Klaus Jungheinrich
Neu ist die Idee nicht, im Rahmen eines Albums den musikalischen Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident nachzugehen. Das Barockorchester Concerto Köln und das auf musikalische Grenzgänge spezialisierte Ensemble Sarband um Vladimir Ivanoff etwa brachten 2003 eine viel beachtete CD mit dem Titel «Dream of the Orient» heraus, die diesem Konzept verpflichtet...
Sicher, Verdis effetto ist da. Aber es ist doch ein recht manierlicher Sturm, der da durchs Zürcher Opernhaus tobt. Unsere Nachmittagsvorstellung des «Otello» nimmt erst allmählich Fahrt auf, dann jedoch gewaltig. Daniele Gatti, Chefdirigent für überschaubare drei Jahre, scheint sich immer mehr zu entfalten. Ist die Intrigenmine erst mal losgetreten, wird Giuseppe...
Der Dortmunder Oper war in letzter Zeit nicht viel Fortüne beschieden. Gefangen in einer fatalen Abwärtsspirale war das Haus zuletzt nur noch mäßig besucht. Die langjährige Opernchefin Christine Mielitz war 2002 in der Hoffnung engagiert worden, das von ihr verantwortete Meininger Theaterwunder in Dortmund zu wiederholen, hatte aber nach viel versprechendem Beginn...
