Moderne, Museum, Mummenschanz

Spanische Kontraste: «Carmen» und «Pique Dame» aus Barcelona, «Jenufa» und «Mahagonny» aus Madrid, «Les Troyens» aus Valencia

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Wie im richtigen Leben, so gibt es auch im Opernleben, gottlob, nicht nur böse Überraschungen. So hätte ich nie erwartet, dass ausgerechnet dem Opernberserker Calixto Bieito, den Uwe Schweikert in seinem Essay für das aktuelle «Opernwelt»-Jahrbuch mit gutem Grund ins Visier genommen hat, die dichteste und spannungsreichste Inszenierung der «Carmen» gelingen würde, an die ich mich erinnern kann. Gerade in diesem Stück, das nicht zuletzt von sexuellen Obsessionen handelt, lässt er seine eigenen Obsessionen weitgehend außen vor, konzentriert sich ganz auf den Kern des Stücks.

Dabei hält er bewundernswert die Balance zwischen krassem Realismus und ironischen Brechungen. So trifft er genau den Charakter einer Opéra comique. Man spürt die Reife, die lange Entwicklung dieser Inszenierung: Den Grundstein legte Bieito schon 1999 im Rahmen des Peralada Festivals in Barcelona, 2004 präsentierte er eine überarbeitete Version in Antwerpen. Sechs Jahre später nahm er sich das Stück erneut in Barcelona (am Liceu) vor – und hier trägt auch der Dirigent Marc Piollet seinen Teil zu der zündenden Wirkung bei. Selten etwa hört man ein so entspanntes, aus heiterer Distanz vorgetragenes Torero-Lied wie ...

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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 33
von Ekkehard Pluta

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