Zwanghafte Einheit
Was verbindet Othmar Schoecks «Notturno» aus dem Jahr 1933 und Heinrich Sutermeisters einaktige Funkoper «Die schwarze Spinne» von 1936 miteinander? Die zeitliche Nähe ihrer Entstehung oder die «schweizerische» Herkunft allein kann es ja wohl nicht sein.
Schoecks Gesänge für Bariton und Streicher beschwören, wie fast alle Werke dieses spätgeborenen Romantikers, in teils düsteren, teils sehnsuchtsvollen Bildern nach Texten von Lenau und Keller Schönheiten und Gefährdungen einer nächtigen Natur.
Sutermeister dagegen dokumentiert Gotthelfs Geschichte über die Pest, über menschliche Schwächen, Schuld, Opfer und Sühne, in klanglich kargen, an Strawinsky und Orff erinnernden musikalischen Skizzen. Motorisch skandierte Chöre stehen neben bald expressiven, bald plakativ-einfachen Liedformen. Die Regisseurin Aurelia Eggers, der Choreograf Philipp Egli und die Ausstatterinnen Marion Menzinger und Veronika Lindner haben durch ein Einheitsbild, durch geisterhaft anmutende weiße Kostüme und durch rahmende Chöre einen Zusammenhang herzustellen versucht. Das Schwarzweiß des Raums, die in der Art alter Holzfaserungen mit dunklen Gesichtern gestalteten Wände und das überdimensionierte, leuchtende ...
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