Clash der Kulturen

Einstand: Manfred Honeck dirigiert «Les Troyens» in Stuttgart

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Ich bin sicher», so Hector Berlioz 1861 nach Abschluss der Komposition seiner monumentalen Oper «Les Troyens», «dass ich ein großes Werk geschaffen habe, größer und erhabener als alles, was bis heute geschrieben wurde.» Die Mit- und Nachwelt war anderer Meinung, und so vergingen nach dem Tod von Berlioz genau hundert Jahre, bis «Die Trojaner» endlich ungekürzt zur Aufführung kamen. Verstümmelte Versionen hatte es in Stuttgart zuvor schon zweimal gegeben, 1913 und 1967 (mit Mario del Monaco als Aeneas).

Jetzt endlich wurde auch hier das gigantische, kräftezehrende Werk – abgesehen von kleineren Strichen (der schmerzlichste im großen Liebesduett des vierten Akts!) – so aufgeführt, wie Berlioz es hinterlassen hat.
Wie Wagners «Ring des Nibelungen» sind auch die «Trojaner» ein Menschheitsdrama. Berlioz hat in seinen «Memoiren» erzählt, wie ihn Vergils «Aene­is» seit seiner Jugend begleitete. Sein sprachlich in der Nachfolge von Racine und Corneille stehendes Libretto fasst zwei Episoden aus dem römischen Gründungsmythos zu einem gewaltigen Fünfakter zusammen: den um die ­Figur der prophetischen Seherin Kassandra zentrierten Untergang Trojas und die unglückliche Liebe der karthagischen ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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