Neues Hörtheater

Luigi Nonos «Prometeo» und die ­Folgen: Werke von Beat Furrer, Hans Zender und Olga Neuwirth

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Von den großen politischen Utopien, die das 20. Jahrhundert bewegten (und zerrissen), will heute niemand mehr etwas wissen. Seit der Systemkonflikt zwischen staatlich verordnetem Sozialismus und einem demokratisch moderierten Kapitalismus entschieden ist und man mit der Apokalypse eher die drohende Klimakatastrophe als ein atomares Armageddon assoziiert, hat auch die ehedem viel beschworene Idee ausgedient, dass die Geschichte der menschlichen Zivi­lisation eine Geschichte des Fortschritts sei.

Dass sich der Mensch gleichsam gesetzmä­ßig vom «krummen Holz» (Kant) zum «aufrechten Gang» (Bloch) aufschwingen werde, die ferne Morgenröte gelingenden Lebens fest im Blick – diese Heilsbotschaft geht (fast) nur noch als schönes Märchen durch. Der Grundton des postideologischen Zeitalters ist ein anderer: skrupulöse Skepsis statt rotbackiger Hoffnung, haltlose Suche im offenen Feld statt selbstgewisser Erlösungsfantasien.
Den Abschied von den Verheißungen «linker» Befreiungstheorien, ja vom Glauben an die verändernde Macht kritischer Aufklärung haben wenige Komponisten so schmerzlich und so konsequent durchlebt wie Luigi Nono. Die mentale Wende von ­einem in der italienischen KP ­aktiven zu ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: CDs, Seite 55
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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