Zurück zu den Anfängen
Rossini hat Olga Peretyatko Glück gebracht. Auftritte beim Festival in Pesaro haben ihrer Karriere seit 2006 jenen Schwung gegeben, der sie an viele große Bühnen der Welt führen sollte. Einige Rossini-Arien hatte die Sängerin schon auf ihrem vor vier Jahren erschienenen Debütalbum «La bellezza del canto» gesungen, das jüngste Album ist nun ganz der Musik dieses Komponisten gewidmet – obwohl sich Peretyatko schon längst ein ganz anderes Repertoire erobert hat und stimmlich neue Wege zu suchen scheint.
Noch aber ist zu hören, dass sie bei Rossini gut aufgehoben ist.
Die Auswahl der Arien aus sechs Opern gibt sowohl einen schönen Einblick in die wunderbare Vielfalt des
Musikdramatikers als auch in die Vielseitigkeit seiner Interpretin. Die Szene der Contessa di Folleville aus «Il viaggio a Reims» ist ein Kabinettstück dezenter, ja beinahe absurder Komik, für das Peretyatko ebenso den richtigen Ton trifft wie für Corinnas harfenbegleitete Pseudo-Improvisation aus demselben Werk, das eine sich selbst nicht allzu ernst nehmende Sing-Tragödin verlangt.
In Amenaides Kerkerarie aus «Tancredi» gelingen der Sängerin dunkle Schmerzenstöne, in Semiramides «Bel raggio lusinghier» kann sie die ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 43
von Thomas Seedorf
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