Baden-Badener Auflauf

Valery Gergiev gastiert mit «Pique Dame», Yannick Nézet-Séguin mit Mozarts «Figaro»

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Preisfrage: Zwei Abende «Pique Dame» in einer Neuinszenierung vom Sankt Petersburger Mariinsky-Theater, und zwei Abende «Le nozze di Figaro» mit Galabesetzung, aber konzertant – was beschert den Baden-Badener Sommerfestspielen die größere Publikumsnachfrage? Antwort: Mozart. Dabei bereitet die Tschaikowsky-Produktion auch einem mit «Regietheater» mitteleuropäischer Couleur fremdelnden Publikum keinerlei Schwierigkeiten.

Alexei Stepanyuk und seine Ausstatter Alexander Orlov (Bühne) und Irina Cherednikova (Kostüme) bieten Opulenz fürs Auge, schaffen es aber auch, unter extensivem Einsatz der Bühnenmaschinerie Räume filmisch zu verdichten und so die auskomponierten Wechsel von großen Ensemblebildern zu lyrischer Melancholie visuell zu begleiten. Der Regisseur spielt mit symbolhaften Elementen, aber nichts ist verrätselt: Da steht etwa ein kleines Kartenhaus an der Bühnenrampe, das – natürlich – in dem Moment einstürzt, in dem Hermann sein
Lebensglück verspielt.

Die Extrovertiertheit dieser Spielernatur fängt Mikhail Vekua gut mit seinem kraftvollen, slawisch flutenden Tenor ein. Allerdings geraten ihm die Fortissimo-Ausbrüche in der Höhe deutlich zu scharf, zudem leicht unsauber. Irina ...

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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Alexander Dick

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