Zum Theater kann man auch schwimmen
Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem tiefen «Es») auskomponiert, doch muss vor Beginn der Handlung einiges passiert sein, etwa Wotan und seinen Speer und die Weltenesche betreffend.
Im schwedischen Karlstad ist der Rhein kein Bordell, sondern eine mit Laserlicht und ein bisschen Trockeneisnebel angerichtete Grünzone, die man als Unterwasserwelt annehmen kann. Drei Damen spielen darin Schwimmen. So bleibt es bei diesem «Ring»: Die Szene wird erzählen, sie wird sich an die Geschichte halten und dabei neue Technik für irgendwie altvertraute Bilder nutzen. Eine Deutung, ein Sich-Verhalten zur Tetralogie oder gar dramaturgisches Vorpreschen, Innovationsgier wird man vergeblich suchen. Und das will auch gar niemand hier in Värmland an der Nordküste von Schwedens größtem See, dem Vänern. Die Opernfreunde, die sich im verplüschten Theaterchen auf 400 Plätzen ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Stephan Mösch
Herr Reuter, bei Ihnen könnte sogar ein kleines Kind erraten, dass Sie Sänger sind. Sie haben die klassische Opernsänger-Sprechstimme
Ich weiß (lacht). Ich habe in Wirklichkeit keine Sprechstimme, sondern spreche mit meiner Opernstimme. Es hat sich irgendwie so entwickelt. Die Sache ist nur die: Ich versuche auch umgekehrt, mit meiner Sprechstimme zu singen. Ich...
Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit,...
Das Glück steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein wenig erschöpft, strahlend, ins Gespräch mit Freunden vertieft, schlendert Markus Hinterhäuser durch die Altstadt zur Salzach hinunter, hinüber zum Platzl auf der anderen Seite des Flusses. Nicht weit von hier, am Mozarteum, hat er studiert. Salzburg ist seine Stadt. Seit 1993 arbeitet er nun für die Festspiele, wenn...
