Zum Theater kann man auch schwimmen

Warum das «Ring»-Projekt im schwedischen Karlstad auf vielfache Weise einzigartig ist

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Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem tiefen «Es») auskomponiert, doch muss vor Beginn der Handlung einiges passiert sein, etwa Wotan und seinen Speer und die Welten­esche betreffend.

Im schwedischen Karlstad ist der Rhein kein Bordell, sondern eine mit Laserlicht und ein bisschen Trockeneisnebel angerichtete Grünzone, die man als Unterwasserwelt annehmen kann. Drei Damen spielen darin Schwimmen. So bleibt es bei diesem «Ring»: Die Szene wird erzählen, sie wird sich an die Geschichte halten und dabei neue Technik für irgendwie altvertraute Bilder nutzen. Eine Deutung, ein Sich-Verhalten zur Tetralogie oder gar dramaturgisches Vorpreschen, Innovationsgier wird man vergeblich suchen. Und das will auch gar niemand hier in Värmland an der Nordküste von Schwedens größtem See, dem Vänern. Die Opernfreunde, die sich im verplüschten Theaterchen auf 400 Plätzen ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Stephan Mösch

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