Weltflucht mit der Geige

Bad Ischl | Lehár Festival | Lehár: Paganini

Opernwelt - Logo

Durchaus ein wenig operettenhaft ist die Geschichte des Lehár Festivals in Bad Ischl. Vor 50 Jahren begann man am zentralen Wirkungsort des Komponisten mit sommerlichen Festspielen, doch finanzielle Schieflagen und ein Brand des Theaters stellten die Zukunft immer wieder in Frage. 1998 spielte man in einem Eissportstadion, ein Jahr später eröffnete das renovierte Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl, das mit halbwegs akzeptabler Bühnentechnik aufwartet.

Intendant Michael Lakner führt seit 2004 die Geschicke des Festivals, ihm geht es sowohl um museale Stückpflege wie auch um zeitgemäße Regiehandschriften – und um die rechte Mischung aus Klassikern und Ausgrabungen.

Finanziell steht Ischl im Vergleich zu anderen österreichischen Sommerfestivals gut da, Michael Lakner muss zwar mit einem Mini-Budget von etwas über einer Million Euro auskommen, aber die Auslastung sorgt für einen hohen Eigenfinanzierungsanteil. Wer sich heute für das Genre Operette interessiert, dem bleiben nur Werke aus längst vergangenen Zeiten, neue Stücke werden kaum noch komponiert. Wie wäre es, wenn Bad Ischl hin und wieder einen Auftrag vergäbe?

In diesem Sommer stand neben Ralph Benatzkys unverwüstlichem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 64
von Jörn Florian Fuchs

Weitere Beiträge
Flirts mit dem Musiktheater

Seit Peter Gelb vor fünf Jahren die Leitung der Metropolitan Opera übernommen hat, ist dort auf szenischem Gebiet eine vorsichtige Annäherung an die Standards des europäischen Musiktheaters zu konstatieren. «Vorsichtig» bedeutet: Die Inszenierungen begnügen sich nicht damit, den auftretenden Sänger-Stars einen dekorativen Rahmen zu bieten, wagen die Stücke...

«Wagner ist unser Mount Everest»

Herr Reuter, bei Ihnen könnte sogar ein kleines Kind erraten, dass Sie Sänger sind. Sie haben die klassische Opernsänger-Sprechstimme
Ich weiß (lacht). Ich habe in Wirklichkeit keine Sprechstimme, sondern spreche mit meiner Opernstimme. Es hat sich irgendwie so entwickelt. Die Sache ist nur die: Ich versuche auch umgekehrt, mit meiner Sprechstimme zu singen. Ich...

Im Klassenzimmer

Sind in «Rinaldo» cineastische Qualitäten zu finden? Robert Carsen scheint das zu glauben. Oft denkt man an James Bond-Filme oder das Fantasy-Genre, während man seine Inszenierung in Glyndebourne verfolgt. Er liebt das Magische, die Intrigen in dieser zur Zeit des Ersten Kreuzzugs spielenden Geschichte. Für historische Aufführungspraxis, die Bühneneffekte des...