Königliches Vergnügen

Versailles | Lully: Atys

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Als Ludwig XIV. ab 1661 ein altes Jagdschloss seines Vaters in eher sumpfig-fiebrigem Gelände zur Residenz ausbauen ließ, hatte das zwei Gründe. Er wollte, fern von Paris, den aufständischen Adel domestizieren, den er an den neuen Hof band. Und er wollte sich eine Kulisse seiner Herrschaft schaffen, die seinen Ruhm inszenieren, spiegeln, steigern und vor allem überdauern sollte. Das ist ihm gelungen. Versailles wurde zu seinem Symbol schlechthin.

Mehr denn je und noch perfekter in Szene gesetzt, seit die Königsresidenz vor einigen Jahren in eine GmbH umgewandelt wurde, die sich ihren Etat selbst verdienen muss. Die Sonne des alten Königs, nach allen, nicht immer subtilen Marketing-Regeln des Tourismus neu zum Glühen gebracht, strahlt über Versailles in größter Helligkeit.

Was lassen sich da erst für modische Synergien erzeugen, wenn sich zudem zwei Premiummarken zusammentun? So geschehen diesen Festival-Sommer zwischen der Feier- und Event-Abteilung von Versailles – ja, so etwas gibt es, hier vornehmer «Versailles spectacles» genannt – und dem nicht nur in Frankreich seine Klassiksparte zunehmend ausbauenden Label «Naïve». Dessen Vorzeigestück ist gegenwärtig die weltweit Furore ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 71
von Manuel Brug

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