Zum Raum wird hier der Klang
Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» markieren eine kopernikanische Wende in der Operngeschichte. Die dort erstmals verwirklichte Vorstellung von der Kugelgestalt, «zu der sich die Zeit biegt» – in Zimmermanns Worten «der Gedanke von der Einheit der Zeit als Einheit von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft» –, hat das Musiktheater nachhaltig verändert.
Das Bewusstsein, dass die Zeit ein Integral des Raumes ist, verbindet etwa Nonos «Al gran sole carico d’amore» und «Prometeo» mit Stockhausens «Licht»-Zyklus oder Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» mit Mark Andres jüngst uraufgeführtem «wunderzaichen».
Diesem Projekt der Moderne hat sich Adriana Hölszky seit ihrer ersten Oper «Bremer Freiheit» mit allen weiteren Musiktheaterwerken in einer sehr persönlichen Klangsprache verschrieben. Ihre beiden jüngsten Kompositionen, das für den Düsseldorfer Choreografen Martin Schläpfer geschriebene Ballett «Deep Field» und die vom Mannheimer Intendanten Klaus-Peter Kehr in Auftrag gegebene Oper «Böse Geister», sind Raumklangkompositionen, die die Bühne und das Auditorium, ganz im Sinne Zimmermanns, in einen rotierenden Raum verwandeln. Hölszkys Theater ist ein akustisches Universum aus ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Uwe Schweikert
Freuds Psychoanalyse ist zwar schon etwas angejahrt, aber der 1920 uraufgeführte Dreiakter «Die tote Stadt» von Erich Wolfgang Korngold, der einen darauf basierenden therapeutischen Prozess zum Thema macht, hat an Attraktivität bis heute nichts eingebüßt. Für die Geschichte vom beziehungsunfähigen Einzelgänger Paul, der von der Fixierung auf seine tote Geliebte...
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Impressum
55. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.06.2014
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Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
