Zum Goldenen Opernhafen
Auf den Spielplänen unserer Schauspielhäuser tauchen sie kaum noch auf: Marius, Fanny und César, die in Frankreich unsterblichen Gestalten vom Alten Hafen in Marseille, denen Marcel Pagnol in seiner Trilogie ein wunderbar menschliches Denkmal setzte. «Zum Goldenen Anker» hieß das komplette Stück bei uns, und es wurde nach dem Krieg viel gespielt. Das Geheimnis seines Erfolgs lag darin, dass es dem Provencalen Pagnol (1895-1974) gelang, seine Figuren über den typischen volkstümlichen Tonfall hinaus in die Bezirke einer heimlichen Komödie zu führen.
Die Menschen erscheinen so, wie sie in der Wirklichkeit sind, mit allen kleinen und großen Schwächen, mit Sehnsüchten und jener Tapferkeit des Alltags, die zu guter Letzt die Irrungen und Wirren des Lebens noch halbwegs ins Lot bringt.
Jetzt kam die Oper Pagnol zur Hilfe. Der 1940 in Bukarest geborene, in Frankreich lebende Komponist Vladimir Cosma komprimierte Pagnols Trilogie zu einem handfesten, lebensprallen und farbigen Libretto und schrieb dazu eine Musik, die jedem Avantgardisten Magengrimmen verursachen dürfte, aber in ihrer kultivierten Machart, mit zarten Melodien, sehnsuchtvollen Aufschwüngen, humorvollen rhythmischen ...
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