Selten schöne Sintflut
Am Schluss wird dann doch die bisher so manierlich mit Choristen und Solisten bevölkerte Treppenhaus-Bühne geflutet. Das Meerwasser bahnt sich ungehindert seinen Weg; über Stufen, Türschwellen und aus Wandöffnungen strömend – und – wir sind im doch so erhaltenswerten Théâtre du Capitole de Toulouse – auf wundersame Weise trotzdem nicht in den Orchestergraben laufend, wo Yves Abel dunkel lockende, glutvoll sich türmende Klänge in wohlfeile Bahnen lenkt.
Das todbringende Nass, es scheint die offenbar von den Präraffaeliten und Art-nouveau-Anhängern ersonnene, dabei nur mythische Bretagne-Stadt Ys unaufhaltsam untergehen zu lassen. Und das, weil wieder einmal zwei Frauen den gleichen Mann liebten: Mylio heißt der Ritter, dem Charles Castronovo tenorstählerne Attacke verleiht. Er hat eben die bereits anderwärtig bedrohte Stadt vor dem Angreifer Karnac (umdüstert: Franck Ferrari) gerettet. Und dafür möchte ihn jetzt die böse, ortrudhafte Königstochter Margared, aber auch ihre liebreizende Schwester Rozenn gern zum Mann haben. Der namenlose Königspapi (soigniert: Paul Gay) weiß nicht, wie er sich verhalten soll, und ruft erst mal den Stadtheiligen Saint Corentin (Eric Martin-Bonnet) um ...
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Karl Richter wuchs in der sächsischen Kantorentradition auf, übte auf Silbermanns Freiberger Domorgel, wurde noch von Karl Straube als Schüler angenommen und als ganz junger Mann Organist an der Leipziger Thomaskirche. Karriere macht er in München, wo er sich an der Markuskirche einen eigenen Bach-Chor aufbaute und im katholischen Bayern ein Stück protestantische...
«It contains nudity», warnt das Cover auf der DVD-Ersteinspielung der fragmentarisch überlieferten Vivaldi-Oper «Ercole su’l Termodonte». Tatsächlich ließ der amerikanische Bühnenbildner/Regisseur John Pascoe den attraktiven, wenn auch keineswegs herkulischen Titelhelden der Ausgrabung beim Spoleto-Festival (siehe OW 9-10/2006) antik auftreten: nackt mit...
Der letzte Tag einer Ehe, so könnte man die Geschichte von Medea überschreiben. Einer nicht besonders glücklichen Ehe natürlich, denn Medea ermordet ihre eigenen Kinder. Luigi Cherubini hat diesen mythischen Stoff 1797 vertont: ein Meisterwerk irgendwo zwischen Klassik und Romantik, das dank Maria Callas nicht ganz vergessen wurde. Derzeit erscheint es plötzlich...
