Zuckerfreie Süße
Wie sich die Bilder gleichen. Wenn sich im Jugendstiljuwel des Lübecker Theaters Karola Sophia Schmid als Sophie und Frederike Schulten als Octavian mit einer nachgerade huldvollen Verbeugung jenem aromatisch aphrodisierenden Gewächs (und damit erstmals auch einander) zuwenden, scheint in der Neuinszenierung jene ikonisch gewordene Rosenüberreichung erneut auf, die einst Lucia Popp und Brigitte Fassbaender in der Regie von Otto Schenk an den Staatsopern von München und Wien ausprägten. Alte Szenenfotos künden von jenem magischen Moment.
Der österreichische Schauspieler, Regisseur und Autor Michael Wallner erweist der Interpretationsgeschichte des Werks so seine Referenz, er bekennt sich zu Ort und Zeit des Stücks, wie sie von Hofmannsthal und Strauss intendiert waren. Wir befinden uns im spätbarocken Wien der ersten Regierungsjahre Maria Theresias. Verstaubt historisierend oder kitschig ästhetisierend geht es in den Bühnenbildern von Stefan Rieckhoff und den Kostümen von Tanja Liebermann freilich nie zu. Wien-Projektionen von hochadeligen Palais, Prunkräumen, vornehmen Häuserfluchten im ersten Bezirk, vom Stephansdom und vom Vergnügungsviertel des Praters geben dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Peter Krause
Nach der Pause geht die halbe Reihe hinter uns geschlossen nach Hause. Als ob die Musik von Benjamin Britten 80 Jahre nach der Uraufführung von «Peter Grimes» noch anecken würde. Oder empört im 21. Jahrhundert ernsthaft das moralisch Graue? An der Umsetzung kann dieser Unmut nicht liegen. Robin Davis, der neue GMD der Bielefelder Philharmoniker, zeigt, dass Britten...
Christof Loy ist seit mehr als 35 Jahren im Operngeschäft – und in der Wahl seines Repertoires immer schon eigenwillig gewesen. Einige Werke des Kernrepertoires hat der Regisseur bewusst ausgelassen. So hat er nie eine «Butterfly» inszeniert, keinen «Rigoletto» und keinen «Trovatore», weder den «Fliegenden Holländer» noch den «Ring». Sein Faible galt (und gilt) dem...
Nach «The (R)evolution of Steve Jobs» von 2017 ist «The Amazing Adventures of Kavalier & Clay» die zweite Oper von Mason Bates, einem der populärsten Komponisten der USA. In einer Kooperation wurde das Stück vor einem Jahr zunächst an der School of Music der Indiana University erarbeitet, nun kam Bart Shers dynamische Inszenierung an die Met. Der Regisseur knüpft...
