Lieber singen als schießen

Schostakowitsch: Moskau, Tscherjomuschki GRAZ | OPER

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Harald Schmidt treibt sich gern in Opernhäusern herum. Am liebsten in solchen, die in schönen Städten stehen, wie er beim Künstlertreffen nach der Aufführung freimütig zugibt. Graz ist eine schöne Stadt. Deshalb ist Schmidt hier. Aber wohl auch wegen des Stücks, in dem er mitwirkt und das mit seinem leisen Spott sehr gut zu ihm passt, Schostakowitschs Operette «Moskau, Tscherjomuschki».

Schmidts Mitwirkung ist ein Coup de théatre der konzertanten Aufführung, die das Haus mühelos füllt, mit einem Stück, das außerhalb einer Gemeinde von Exilrussen kaum bekannt sein dürfte. Auf der Bühne sitzt das Orchester, dahinter der Chor, vorne reihen sich die Solistinnen und Solisten auf. Ganz außen Schmidt im grauen Kittel, er ist Barabaschkin, der Hausmeister der Trabantenstadt, der Hüter der Schlüssel zu den ersehnten Wohnungen. Schmidt ist vor allem aber Erzähler. Er singt auch ein Couplet, spricht ein wenig Russisch und organisiert den ersten Zwischenapplaus. Im Publikum hört man viel Russisch, die Dame auf dem Nebenplatz beginnt schon während der Ouvertüre freudig in die Hände zu klatschen. Sie kennt die Musik. Die ist lustig, satirisch, heiter. Die Operette macht sich über die ...

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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Egbert Tholl

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