Zu neuen Taten – mit alten Problemen
Sommersaison im Schlosstheater Drottningholm: ein Ausflug in vergangene Theaterzeiten, für viele Opernfreunde geradezu ein Pilgerweg. Nicht erst Ingmar Bergmans «Zauberflöten»-Film von 1975, für den der Regisseur die Dekorationen des barocken Theaters von 1766 en detail nachbauen ließ, verhalf dem Schlosstheater zu weltweiter Berühmtheit. Kulissen und Theatermaschinerie haben sich tatsächlich seit dem 18. Jahrhundert kaum geändert – von neuen Tauen und den mittlerweile komplett kopierten fünfzehn Bühnen-Dekorsets abgesehen.
Geändert hat sich leider der Zuschnitt der ohnehin kurzen Spielzeit: Von vormals rund 35 Vorstellungen war man in den vergangenen Jahren weit entfernt. Der Grund ist finanzieller Natur: Wenn man öffentliche Zuschüsse, die Einnahmen durch das in Schweden wenig entwickelte Sponsoring und die Erlöse aus den staatlich verordneten niedrigen Eintrittspreisen (in diesem Sommer kosten die Tickets zwischen 16 und 60 Euro) zusammenzählt, sind derzeit eben nur sechzehn Spieltage möglich.
Die Erweiterung des Angebots ist eine der Hauptaufgaben, die sich der neue Künstlerische Leiter und Dirigent Mark Tatlow vorgenommen hat: In Sachen musikalischer Qualität zieht der Brite, ...
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