Zu neuen Taten – mit alten Problemen

Mark Tatlow beginnt seine erste Spielzeit als Leiter des Opernfestivals in Drottningholm mit Händels «Xerxes»

Opernwelt - Logo

Sommersaison im Schlosstheater Drottningholm: ein Ausflug in vergangene Theaterzeiten, für viele Opernfreunde geradezu ein Pilgerweg. Nicht erst Ingmar Bergmans «Zauberflöten»-Film von 1975, für den der Regisseur die Dekorationen des barocken Theaters von 1766 en detail nachbauen ließ, verhalf dem Schlosstheater zu weltweiter Berühmtheit. Kulissen und Theatermaschinerie haben sich tatsächlich seit dem 18. Jahrhundert kaum geändert  – von neuen Tauen und den mittlerweile komplett kopierten fünfzehn Bühnen-Dekorsets abgesehen.

Geändert hat sich leider der Zuschnitt der ohnehin kurzen Spielzeit: Von vormals rund 35 Vorstellungen war man in den vergangenen Jahren weit entfernt. Der Grund ist finanzieller Natur: Wenn man öffentliche Zuschüsse, die Einnahmen durch das in Schweden wenig entwickelte Sponsoring und die Erlöse aus den staatlich verordneten niedrigen Eintrittspreisen (in diesem Sommer kosten die Tickets zwischen 16 und 60 Euro) zusammenzählt, sind derzeit eben nur sechzehn Spieltage möglich.
Die Erweiterung des Angebots ist eine der Hauptaufgaben, die sich der neue Künstlerische Leiter und Dirigent Mark Tatlow vorgenommen hat: In Sachen musikalischer Qualität zieht der Brite, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2007
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eindringlich, pointiert, ­sinnenfroh

Monteverdi gehört zu den Komponisten, denen sich René Jacobs immer wieder von Neuem stellt. Sein CD-Zyklus der Opern bei Harmonia Mundi France gehört nach wie vor zu den Referenzaufnahmen. «Orfeo» wurde bereits 1993 bei den Salzburger Festspielen mitgeschnitten. Fünf Jahre später hat Jacobs das Werk am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel in Zusammenarbeit mit...

O Bild, du Bild, das mir fehlt

Aberglaube hat etwas für sich: Alexander von Zemlinsky, so schreibt sein Biograf Antony Beaumont, wählte für die Oper «Der Traumgörge» bewusst einen Titel mit dreizehn Buchstaben, um die Furcht seiner Kollegen vor dieser Zahl zu karikieren. Noch Arnold Schönberg – Zemlin­skys Freund, Schwager und Schüler – nahm Aaron einen Buchstaben, um bei «Moses und Aron» auf...

Meisterwerk der Grand Opéra

Gaetano Donizetti hielt den 1843 für die Pariser Opéra geschriebenen «Dom Sébastien» für sein «lavoro capitale» und war sehr enttäuscht, dass die Mehrzahl der Kritiker diese Auffassung nicht teilte. Später erarbeitete er für Aufführungen in Wien eine italienische Version der Oper, nach seinem Tode gab es noch diverse Produktionen in verstümmelten oder willkürlich...