Zu Klang wird hier der Raum

Bühnen- und Lichtgestalter stellen ihre liebste Arbeit vor: Rebecca Ringst über «Das große Welttheater» nach Calderón – Theater Freiburg, 2011

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Die Bühne für «Das große Welttheater», ein musikalisches Schauspiel für Sänger, Schauspieler und Musiker nach Pedro Calderón de la Barca, in der Regie von Calixto Bieito, mit dem ich seit 2006 zusammenarbeite, zeigt, was mir viel bedeutet: die Verbindung von Raum, Bewegung und Musik. Und wie kraftvoll diese Synergie wirken kann. Der Raum nicht als statischer Ort, sondern als Organismus: Das zeigt das Bild der Schlussszene dieser Produktion des Theaters Freiburg 2011, wenn die Welt zusammenstürzt.

In der Vorbereitung bin ich auf Darstellungen von Kirchenräumen und vor allem Orgeln gestoßen. Das hat mich zur Grundidee inspiriert: 300 Aluminiumröhren, Abbilder der Orgelpfeifen, die an Stahlseilen hängen. Zu Beginn, während des Monologs des Schöpfers, liegen sie am Boden, kaum definierbar. Dann werden sie langsam nach oben gezogen und knallen dabei gewaltig aneinander, stoßen sich gegenseitig ab und bleiben lange in Bewegung. Die Bühne wird hier im Zusammenspiel mit der Musik von Carles Santos zum Klanginstrument, wird selbst eine Art Protagonist, zu dem sich die Darstellerinnen und Darsteller verhalten und mit dem sie spielen müssen. Übrigens kommt da ein Aspekt meiner Arbeit zum ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Serie, Seite 52
von Rebecca Ringst

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