Zerrissene Seelen
In den vergangenen Jahren sind Nikolai Medtners Werke, vor allem seine Stücke für Klavier, zunehmend aus dem Schatten der Werke seines Freundes Sergej Rachmaninow getreten. Als Liedkomponist fand Medtner bislang jedoch wenig Beachtung. Zu Unrecht, wie die Mezzosopranistin Ekaterina Levental und der Pianist Frank Peters in ihrer Gesamteinspielung der mehr als 100 Lieder zeigen, deren fünfte und letzte Folge mit Vertonungen von Versen Nietzsches, Goethes, Eichendorffs und anderen nun erschienen ist.
Das titelgebende Gedicht «Geweihter Platz», in dem ein Dichter heimlich Nymphen und Grazien beobachtet und voller Demut von den Geheimnissen der Welt berichtet, ist nicht nur sinnstiftender Überbegriff des Albums, es bildet auch die Vorlage für die Suite-Vocalise, die mit einer Dauer von fast 12 Minuten Dreh- und Angelpunkt ist. Die Verse sind durchglüht von zerrissenen Seelen, rastlosen Herzen, von Menschen, die ihren Frieden (und manchmal ihren Glauben) in der Natur finden. Gleich zweimal vertonte der russische Komponist diesen Goethe-Text, wobei einmal die mystische Atmosphäre, im anderen Fall ein grazil-tänzerisches Thema im Vordergrund stehen.
Medtners Klangsprache ist von großer ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Medien, Seite 33
von Eva Nesselrath
Aparter Name. «Milchmanns Kaffeehaus», das klingt nach Behaglichkeit. Nach Poesie, vielleicht sogar nach Stille. Und genau so ist dieses unweit des S- und U-Bahnhofs Pankow gelegene Berliner Café auch. Unaufdringlich, hell, mit schlichten Holztischen, stabilen Küchenstühlen und mit großen Fensterscheiben, die das Sonnenlicht hereinlassen, sowie Menschen, die hier,...
arte
07.04. – 00.50 Uhr Javier Perianes spielt Scarlatti & Albéniz
Der spanische Pianist Javier Perianes begibt sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen den Komponisten Domenico Scarlatti und Isaac Albéniz, die zeitlich zwar zwei Jahrhunderte auseinander liegen, sich aber durch die Verbindung mit der andalusischen Folklore nahe sind.
08.04. – 01.05 Uhr...
Sie können sich aussuchen, wo Sie sitzen wollen. Es ist leider sehr schlecht verkauft», sagt die Platzanweiserin und weist bedauernd auf die spärlich besetzten Reihen des Mecklenburgischen Staatstheaters. Eines steht fest: Mit der aktuellen Produktion von Ethel Smyths Oper «Strandrecht» (die im französischsprachigen Original «Les Naufrageurs» heißt und heute meist...
