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Rossini: Moses in Ägypten am Stadttheater Gießen

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Das Rote Meer teilt sich: Die Hebräer fliehen vor den Ägyptern, die in den zurückflutenden Wassermassen versinken. Mit diesem alttestamentarischen Bild endet Rossinis «Moses in Ägypten». Der Komponist schätzte dramatische Effekte. Um das Verbot weltlicher Opern zur Fastenzeit zu umgehen, griff er – wie viele Komponisten seiner Zeit – auf einen biblischen Stoff zurück, von dem er sich eine spektakuläre Bühnenwirkung versprach.

Seine 1818 in Neapel uraufgeführte «Azione tragico-sacra» über den Auszug aus Ägypten war ein außerordentlicher Erfolg, auch wenn die technische Ausführung des Schlussbildes bei der Premiere gründlich misslang: Hinter den Kulissen wurden Bühnenarbeiter sichtbar, die die Wellen des Meeres zum Rollen brachten.

Am Theater Gießen setzt das Regieteam bei der Neuinszenierung des Werks nun von vorn -herein auf einen anders gearteten Schluss. Zusammen mit ihrem Team war die Regisseurin Carmen C. Kruse zuvor in der Stadt ausgeschwärmt. In Kitas, in Familienzentren, in Senioreneinrichtungen und in Kleingartenvereinen hatten sie danach gefragt, wie das gelobte Land der Freiheit denn heute aussehen könnte. Im Schlussbild werden die Antworten nun auf Videoleinwänden ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Silvia Adler

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