Iss mal einen Keks!
Das Rote Meer teilt sich: Die Hebräer fliehen vor den Ägyptern, die in den zurückflutenden Wassermassen versinken. Mit diesem alttestamentarischen Bild endet Rossinis «Moses in Ägypten». Der Komponist schätzte dramatische Effekte. Um das Verbot weltlicher Opern zur Fastenzeit zu umgehen, griff er – wie viele Komponisten seiner Zeit – auf einen biblischen Stoff zurück, von dem er sich eine spektakuläre Bühnenwirkung versprach.
Seine 1818 in Neapel uraufgeführte «Azione tragico-sacra» über den Auszug aus Ägypten war ein außerordentlicher Erfolg, auch wenn die technische Ausführung des Schlussbildes bei der Premiere gründlich misslang: Hinter den Kulissen wurden Bühnenarbeiter sichtbar, die die Wellen des Meeres zum Rollen brachten.
Am Theater Gießen setzt das Regieteam bei der Neuinszenierung des Werks nun von vorn -herein auf einen anders gearteten Schluss. Zusammen mit ihrem Team war die Regisseurin Carmen C. Kruse zuvor in der Stadt ausgeschwärmt. In Kitas, in Familienzentren, in Senioreneinrichtungen und in Kleingartenvereinen hatten sie danach gefragt, wie das gelobte Land der Freiheit denn heute aussehen könnte. Im Schlussbild werden die Antworten nun auf Videoleinwänden ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Silvia Adler
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Als Theodor W. Adorno in seiner 1962 publizierten «Einleitung in die Musiksoziologie» gleich zu Beginn, im Kapitel «Typen musikalischen Verhaltens», den durchaus ambitionierten Versuch unternahm, verschiedene Hörertypen zu definieren, wusste er selbst, dass diese Rubrizierung nur in einem idealtypischen Sinne und sehr allgemein, als eine Art «Mutmaßung» zu...
Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit...
