Zerklüftete Welten
Während die «Poèmes pour Mi» von 1936, die Olivier Messiaen seiner ersten Ehefrau Claire Delbos widmete, in den Konzertsälen immer wieder auftauchen, hört man den zwei Jahre später vollendeten Liederzyklus «Chants de terre et de ciel» doch eher selten, obwohl dieser nicht nur inhaltlich, sondern auch in seinem Klangbild erkennbar an die «Poèmes» anknüpft. Allerdings erweiterte Messiaen den Dialog der glücklich Liebenden mit Gott um ein Kind – seinen 1937 geborenen Sohn Pascal.
Ein in erster Linie «religiöses, katholisches Werk» schwebte ihm vor, eine Art tönende (und in seinem Fall von Erfolg gekrönte) Gottessuche.
Diese führt die Gesangssolistin in höchste, gleichsam himmlische Höhen, wo jedoch die Luft bekannter -maßen ziemlich dünn ist – vielleicht auch ein Grund dafür, dass viele Sopranistinnen um die «Chants» einen weiten Bogen schlagen. Monika Abel wagt es nun mit einigem Gewinn. Ihre schlank-silbrige, filigrane Stimme eignet sich ausgezeichnet für derartige Drahtseilakte, was sich schon im ersten Lied «Bail avec Mi (pour ma femme)» andeutet: Ein zarter Glanz liegt auf den apart ausgehörten vokalen Eiskristallen, und er liegt ebenso auf den transparenten Tönen des Klaviers. ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Medien, Seite 41
von Jürgen Otten
Nach ihrer CD mit Liedern von Louis Beydts (siehe OPERN-WELT 6/2024) sind der Tenor Cyrille Dubois und sein Klavierpartner Tristan Raës erneut im «Jardin de la mé-lodie», im französischen Liedgarten, wie die beiden im Booklet schreiben, fündig geworden: mit sämtlichen 31 Mélodies des am Vorabend des Ersten Weltkrieg an Tuberkulose verstorbenen Gabriel Dupont...
Das Geraune war einigermaßen groß in der Gelehrtenrepublik, seinerzeit, kurz vor der Jahrtausendwende, als die Staatsoper Stuttgart einen neuen «Ring» annoncierte, doch eben nicht irgendeinen. Gleich vier Regieteams, so sah es der kühne, aber dramaturgisch durchdachte Plan des Intendanten Klaus Zehelein vor, sollten sich der Tetralogie annehmen – vermutlich nicht...
Frau Akhmetshina, in drei Stunden singen Sie die Adalgisa. Trotzdem haben Sie sich bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen. Sind Sie besonders cool?
Nein, nur ziemlich müde. Ich habe vergangene Nacht zwei Stunden geschlafen und bin gerade erst von Brüssel nach Wien geflogen. Da ich aber ohnehin für den Abend wach werden muss, kommt mir das hier gerade recht. Und...
