Skelett-Ballett

Mozart: Don Giovanni/Requiem BERLIN | KOMISCHE OPER

Opernwelt - Logo

Freuen wir uns darüber, dass die Komische Oper Berlin wieder einen Generalmusikdirektor hat, der Akzente setzen kann. Der «Don Giovanni», den James Gaffigan dirigiert, ist frisch, elegant, dramatisch, dabei nie effektheischend; das Orchester des Hauses orientiert sich an den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis, verzichtet weitgehend auf Vibrato, phrasiert sorgfältig, artikuliert bewusst. Dennoch wird hier nie das Schild «historische Informiertheit» vor sich hergetragen.

Wie an diesem Abend Mozart gespielt wird, ist beispielhaft für einen Stil, der sich vom sogenannten Originalklang inspirieren lässt und dennoch nicht die Identität eines klassischen Symphonieorchesters verleugnet. Seinem Ruf, der stilistisch beweglichste Klangkörper Berlins zu sein, wird das Orchester der Komischen Oper unter Gaffigan wieder einmal gerecht.

Hinzu kommt ein starkes, gleichmäßig besetztes Sängerensemble: Der Don Giovanni von Hubert Zapiór ist von jugendlicher Eleganz, fein resonierend, mit einer Anmutung von nahezu tenoralem Schmelz. Bei Zapiór geschieht die Verführung mit Subtilität und Hinterlist. Tommaso Barea ist ihm ein ähnlich jugendlicher Diener Leporello, dröhnender in der Stimme ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Clemens Haustein

Weitere Beiträge
Raffiniert wie der Roman

Was hätte ein Komponist Umberto Eco unternommen, wenn er sein Opus «Der Name der Rose» nicht in den 1980er-Jahren als Roman, sondern heute als Musiktheater geschrieben hätte? Mit dieser Frage im Kopf begann der Komponist Francesco Filidei seine Arbeit an der Opernversion eines der größten internationalen Bucherfolge des ausgehenden 20. Jahrhunderts – übersetzt in...

Personalien, Meldungen 6/25

JUBILARE
Ihren 80. Geburtstag feiert am 9. Juni Nike Wagner. Von 2004 bis 2013 leitete die Tochter Wieland Wagners das Kunstfest Weimar, dem sie den Namen «Pélerinages» gab. Von 2014 bis 2021 war die Urenkelin von Franz Liszt Intendantin des Beethovenfests Bonn. Zweimal bewarb sich die anerkannte Publizistin und Dramaturgin für die Leitung der Bayreuther...

Von (Er)lösung keine Spur

Am 5. Juli endet eine kurze Ära – die des singenden Intendanten: An diesem Tag wird Jonas Kaufmann alias Siegmund mutmaßlich phonstark nach Papa Wälse rufen, in einem konzertanten ersten «Walküre»-Akt, um sich in Erl fortan nurmehr auf Administratives zu beschränken. Die Enttäuschung bei den eingefleischten Fans dürfte immens sein. In der Saison 2025/26 gibt es bei...