Zeichen und Körper
Keine zwei Jahre ist George Benjamins «Written on Skin» alt – und schon so etwas wie ein Klassiker. Seit der bejubelten Uraufführung 2012 in Aix-enProvence hat das Werk des Messiaen-Schülers einen regelrechten Triumphzug angetreten: Schon die Uraufführungsinszenierung von Katie Mitchell wurde nach Amsterdam, London, Toulouse und Florenz und München weitergereicht.
Dann eröffnete im vergangenen Herbst der neue Bonner Intendant Bernhard Helmich seine Amtszeit mit dem Stück, in einer Neuinszenierung durch das Regieteam Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka – Helmich hatte Benjamins Oper noch vor der Uraufführung «blind» eingekauft (siehe OW 11/2013).
Nun zieht das Detmolder Landestheater in einer Koproduktion mit der Königlichen Oper Stockholm nach. Und das kleine Haus im Lippischen erweist sich als idealer Rahmen für Benjamins subtil gewirkte Partitur. Kaum 650 Plätze fassen Parkett und Ränge, was nicht nur optisch eine große Nähe zum Geschehen ermöglicht. Die Akustik ist transparent – allerdings mit einem Hang zu unbarmherziger Trockenheit. So aber bleibt nichts ungehört: Benjamins raffinierte Instrumentation, die zwar Farben Alter Musik durch Lauten und Gambe einstreut, sich ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Regine Müller
Wie soll man heute die fern gerückte Geschichte der Medea erzählen? Kindsmord durch die eigene Mutter findet heutzutage überwiegend in prekärem Milieu statt, als Ursachen für die Kindesmisshandlung mit Todesfolge werden zumeist Verwahrlosung und Überforderung ausgemacht. Also eher nicht jene rasende Rache aus Eifersucht, von der der antike Medea-Mythos erzählt....
Auch dieses Stück ist ein Fall für die ewig offene Frage: Wie es wohl sein kann, dass von einer einst so erfolgreichen Oper bald keiner mehr Notiz nahm? Von 1690 bis 1693 amtierte Johann Georg Conradi als Direktor des Hamburger Theaters am Gänsemarkt. Der Import von Lullys Werken ist ihm zu verdanken. Und auch ein Hit aus eigener Feder: «Die schöne und getreue...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Offenbach, Die Banditen: 8. (P), 14., 19., 22.6.; 2., 4., 6., 9.7.
ML: Hiemeyer, I: Pfeil, B: Vinciguerra, K:...
