Zarte Andeutungen

Donizetti: Anna Bolena
GENF | GRAND THÉÂTRE

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Just am Morgen der Premiere wird die Vertragsverlängerung des Intendanten bekanntgegeben: Aviel Cahn, der seit der Saison 2019/ 20 das Grand Théâtre de Genève leitet, wird bis 2029 im Amt bleiben. Dieser Vertrauensvorschuss erlaubt dem Schweizer neben seiner Politik der beherzten Öffnung des Hauses nicht zuletzt, seine programmatischen Linien fortzuspinnen, etwa jene einer Serie russischer Meisterwerke oder auch jene Tudor-Trilogie, die jetzt mit Donizettis «Anna Bolena» begann und in den Folgespielzeiten mit «Maria Stuarda» und «Roberto Devereux» fortgesetzt wird.

Das Konzept ist nicht nur Bekenntnis zum Belcanto, es ist dramaturgisch durchdrungen: Der dreifache Donizetti wird von einem Regieteam verantwortet, die Hauptpartien werden denselben Sängerinnen und Sängern anvertraut. Somit stand schon zum Auftakt der Trilogie die prophetische «Ring»-Frage im Raum: «Weißt du, wie das wird?»

Die erste verblüffende Erkenntnis ist eine musikalische: Donizettis Musik ist mehr als Sängertheater. Stefano Montanari arbeitet mit dem Orchestre de la Suisse Romande in einer Art modellierendem Dirigierstil eine artikulierte Phrasierungskunst heraus und macht Erstaunliches hörbar: In der ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Peter Krause

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