Loblied auf die Liebe

Cavalli: La Calisto
MAILAND | TEATRO ALLA SCALA

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Die Verwirrungen der Liebe, sie sind enorm in diesem Stück. Doch der moralische Kommentar der Autoren bleibt aus. Nur der kleine Satyr kommentiert das Geschehen mit verschmitzter Außensicht: «Pazzi quei, ch’in Amor credono». Sind nicht all jene, die Amor vertrauen, Verrückte? Vermutlich schon. Und insbesondere die Frauen bekommen ihr Fett ab. «Così fan tutte» wird vorweggenommen, die Figur des Satirino zum Modell für Despina.

Erstaunliche 139 Jahre vor Da Pontes und Mozarts «Schule der Liebenden» schicken Giovanni Faustini und Francesco Cavalli ihr Publikum in die sexuelle Nachhilfestunde und singen ihr Loblied auf die Liebe, den Hedonismus und auf die Sprengung aller gesellschaftlichen Sittengrenzen. Möglich machte all das der libertinäre Geist im Venedig von 1651 – und bescherte der Musikwelt das Wunderwerk eines künstlerischen Traumpaares. Die herrlichen, sich munter reimenden Verse von Faustinis Librettos haben so gar nichts barocktypisch Verschwurbeltes, sie kommen direkt zur Sache und sind Grundlage für Cavallis variable Komposition mit ihren Wechselbädern aus Recitar cantando, Arien, Duetten, volksnahen Liedern und Tänzen.

Erstaunlich nur, dass die Premiere am ersten Haus ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Peter Krause

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