Zandonai: Francesca da Rimini
Die ehemals Fürstbischöfliche Oper in Passau ist mit dreihundertdreißig Plätzen wohl eines der kleinsten öffentlichen Theater der Welt. Und doch bietet das von Stefan Tilch geleitete Haus ein von Händel über Verdi bis zu Strauss und Britten reichendes Programm, das es mit den «Großen» aufnehmen kann. Und jetzt Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini», selbstverständlich auch dieses Stück in der Originalsprache! Die Aufführung ist vor allem hörenswert.
Denn mag die Inszenierung des Hausherrn in einem die Bühne verengenden, wenngleich raffiniert mit der Perspektive spielenden Guckkasten (Karlheinz Beer) arg hölzern wirken und symbolisch überfrachtet sein – was aus dem Graben tönt, macht ebenso staunen wie die Sängerin der Titelpartie. Sabine Türner beglaubigt in jedem Takt einen lebendigen Charakter, die Stimme ist bis in höchste Lagen hinein gut fokussiert, sie singt mit kontrollierter Intensität. Von Hause ein Mezzo, hat Sabine Türner bereits dramatische Partien wie Salome, Tosca und sogar die Siegfried-Brünnhilde bereits bewältigt. Karla Bytnarová braucht sich hinter ihrer Bühnenschwester nicht zu verstecken und überrascht mit sicherem Mezzo und schauspielerischem Profil.
Dane ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Herr Schindhelm, Sie haben vor kurzem öffentlich erklärt, dass die Berliner Opernhäuser die bis 2009 vorgeschriebenen Einsparungen nicht erbringen können. Was hat Sie zu diesem dramatischen Schritt veranlasst, obwohl bis zum Stichtag noch drei Jahre Zeit sind?
In den Planungen liegt das Jahr 2008 bereits hinter uns – und wir wissen nicht, wie wir es bezahlen sollen....
Über dem Musiktheater in der Goldstadt Pforzheim liegt der Schatten der jeweils nur eine halbe Bahnstunde entfernten Konkurrenz in Karlsruhe und Stuttgart. Mit dem Mut der Verzweiflung fordert der Pforzheimer Opernchef und GMD Jari Hämäläinen die beiden Staatstheater auf deren ureigenstem Gebiet, der großen Oper, heraus. «Fidelio», «Tosca» und «Don Carlo» standen...
Die Alarmzeichen stehen auf Rot. New York steckt in einer ernsten Opernkrise, und das nicht erst seit gestern. Die Metropolitan Opera, mit 3995 Plätzen eines der größten Häuser der Welt, setzt zu wenige Karten ab, viel zu wenige. Bis vor etwa fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass das Haus jeden Abend ausverkauft war, dafür sorgten allein schon der Mythos Met,...
