Musikalisches Glück
Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt, wurde für die Wiener Hofoper komponiert und der Uraufführung des «Tristan» vorgezogen. Die «Rheinnixen» sind mitnichten ein harmloses Stück.
Alfred von Wolzogen und Charles Nuitter zeigen da Wesen, die das Chaos einer von Kriegen zerstörten Welt auf die Spitze treiben, um den Wahn der Menschen zu brechen. Die Oper spielt in Kriegszeiten der deutschen Kleinstaaten, Provinzen und Fürstentümer. Die Hauptpersonen sind alle traumatisiert: ein Hauptmann, Franz mit Namen, der an Gedächtnisverlust leidet, seine von ihm verlassene Jugendliebe Armgard und deren Mutter Hedwig, die von einem Hauptmann geschwängert und verlassen wurde. Gottfried, ein Jäger, treibt aus Rache für verübte Kriegsgräuel die Soldaten zum Elfenstein, wo die Landsknechte dem Zauber der todbringenden Feengesänge erliegen ...
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Claudio Monteverdi spielt im Repertoire der großen internationalen Bühnen schon längst nicht mehr die Außenseiterrolle, in die er lange abgedrängt war. Es gab in den letzten vierzig Jahren viele wichtige, ja bahnbrechende Interpretationen in szenischer wie musikalischer Hinsicht. Der Amsterdamer Zyklus seiner drei abendfüllenden Opern, der jetzt bei Opus Arte auf...
Die Türen sind verschlossen, der ganze Bau mit seiner wuchtigen Waschbetonfassade scheint in einen Dornröschenschlaf gesunken zu sein. Wer dieser Tage vor Berlins Deutscher Oper steht, könnte glauben, die Politik habe bereits kurzen Prozess mit dem zweitgrößten Opernhaus der Republik gemacht und es ebenso abgewickelt wie das nur einen Katzensprung entfernte...
Der bemerkenswerteste Versuch, Monteverdis «Poppea» den Händen von Barockspezialisten zu entwinden und dem musiktheatralischen Mainstream zuzuführen, war 1976 in Paris zu verfolgen, als Gwyneth Jones die Titelpartie sang, Jon Vickers den Nerone gab und Christa Ludwig als Ottavia, Richard Stilwell als Ottone sowie Nikolai Ghiaurov als Seneca auf der Bühne standen....
