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Erinnern Sie sich noch? An die Zeiten, als das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland nur aus dem Ersten, dem Zweiten und ein paar Regionalprogrammen bestand? Und Theater, Oper, Konzert noch einen Platz im (Spät-)Programm hatten? Wer das Neueste vom Tage nicht versäumen wollte, musste sich damals freilich an feste Sendezeiten halten. Als die Künste Anfang der 1990er- Jahre dann peu à peu in den deutsch-französischen Kulturkanal Arte ausgelagert wurden, sorgten schon VHS-Rekorder für eine gewisse Unabhängigkeit vom Kalender der Veranstalter.

Inzwischen ist – dank Internet und Breitbandtechnik – jeder Zuschauer sein eigener Programmdirektor.

Beispiel Arte. Vor fünf Jahren führten die Straßburger mit «Arte Live Web» eine Online-Plattform für «aktuelle Bühnenkünste» ein, die pro Jahr rund 650 Produktionen dokumentiert – zwischen Pop und Oper, Jazz und klassischem Konzert, Tanz und Performance. Viele Aufzeichnungen sind mehrere Wochen oder Monate verfügbar. Seit Februar firmiert der Service unter dem Namen «Arte Concert»: concert. arte.tv/de. Wer etwa die TV-Ausstrahlung von Patrice Chéreaus «Elektra» aus Aix verpasst hat, kann sie hier finden; aus dem Teatro Real in Madrid hält ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Albrecht Thiemann

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