Seifenoper
Die Verleumdung – la calunnia – sie ist ein Lüftchen … Christian Jost (Jahrgang 1963) muss gar nicht Rossini bemühen, um das zu unterstreichen. In seiner 2012 in Antwerpen uraufgeführten Oper «Rumor» nach Guillermo Arriagas Roman «Der süße Duft des Todes» macht der Komponist das Gerücht zum zentralen Motiv (siehe OW 5/2012). Sein Urheber ist gleichwohl keine Figur vom Schlag eines Basilio, sondern ein gruppendynamischer Prozess. Schauplatz ist die Provinz, und wie in so vielen aktuellen Auseinandersetzungen ist dieser Begriff weit mehr als eine räumliche Verortung.
Er steht für einen gesellschaftlichen Zustand, für Trostlosigkeit, Verlogenheit und Vorurteil. Dass man damit selbst schnell in die Klischeefalle gerät, beweist jetzt auch die verdienstvolle deutsche Erstaufführung am Theater Heidelberg.
«Rumor» ist das Produkt einer Postmoderne, die sich im Netz der Trivialität verfängt. Vordergründig ein Krimi, will die Oper hinter dieser Fassade ein Versuch über die Liebe sein. Und deren Unmöglichkeit in einer Dorfgemeinschaft. Adela wird erstochen. Sie hatte eine geheime Beziehung zu einem verheirateten Mann, der sie offenbar im Affekt tötete. Doch die Dörfler konstruieren ein ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick
Jubilare
Er gehört zu den wenigen französischen Opernsängern, die 18 Jahre in Folge an der New Yorker Met gastierten. Der Bariton Gabriel Bacquier erhielt seine musikalische Ausbildung zwischen 1945 und 1950 am Pariser Konservatorium und war von 1953 bis 1956 Ensemblemitglied am Brüsseler Opernhaus La Monnaie, wo er französisches und italienisches Repertoire sang....
Operette braucht Stars. Mehr noch als die große Schwester Oper lebt das unterhaltende Musiktheater von charismatischen Persönlichkeiten, die aus brauchbarem Material eine tolle Show machen. Wer die Geschwister Pfister engagiert, bekommt den Glamour gleich im Dreierpack: Auf den Kleinkunstbühnen der Republik sind sie groß geworden, als wahlverwandte Kunstfiguren...
Geigen sirren, Holzbläser flattern in höchster Lage. Tuba und Posaunen rumoren tief unten im Unbewussten. Die Trompete bläst Attacke. Die Trommel marschiert. Der Männerchor skandiert tonlos «Reiten, Reiten, Reiten, Reiten». Den gefühlten Hauptpart in Ornute Narbutaites Rilke-Oper «Kornetas» aber spielt das impressionistisch farbige Schlagwerk. Das Vibrafon, mit dem...
