Intervention des Gegenwärtigen
Festspiele sollen etwas Einmaliges, Außergewöhnliches, Nicht-Alltägliches sein. Ist dies in einer von den Medien beherrschten Zeit überhaupt noch möglich?
In Wien entsteht jedes Jahr ein im Kleid von Festwochen sich darstellendes Konstrukt aus Veranstaltungen – Theater, Oper, Konzert, Performance, Bildende Kunst –, die einem bestimmten Gedanken folgen. Wenn Sie so wollen, springen wir auf einen Zug auf, der hier ohnehin übervoll ist.
Doch auch ohne zwanghaft nach Originalität zu suchen: Es ist immer möglich, Dinge zu erfinden und in einen sinnvollen Spannungszustand zu bringen zu dem, was sonst noch passiert.
Was ist anders als in Salzburg?
In Salzburg, Luzern, Aix oder Glyndebourne findet sich in der Dialektik aus Intimität und zeitlich begrenzter Weltoffenheit ein Publikum zusammen, und es entsteht quasi eine Gemeinschaft. Die Wiener Festwochen sind das Festival einer Metropole mit durchaus unterschiedlichen Publika. Ihre Parameter und die der Salzburger Festspiele unterscheiden sich sehr. Siebzig Prozent der Aufführungen in Wien bilden Events aus anderen Teilen der Welt, die man hier in einen bestimmten Kontext setzt. Eigenproduktionen machen etwa dreißig Prozent aus, bei den ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Gerhard Persché
Verantwortungslose Heiterkeit, die in diesem Wirrsal ein Bild unserer realen Verkehrtheiten ahnen lässt», ist nach Karl Kraus’ treffender Formulierung Sinn und Zweck der Operette. Von dieser lösenden Wirkung erfüllt ist auch der märchenhafte Schluss von Gioacchino Rossinis Oper «La gazza ladra», wenn nach dreieinhalb Stunden das Justizdrama um das unschuldig zum...
Acqua alta. Seit Commissario Brunetti weiß selbst jemand, der noch nie in Venedig war, was das bedeutet: Hochwasser in der Serenissima. Nasse Füße holten sich auch die Akteure in dieser Produktion von César Francks «Stradella» der Oper zu Liège, denn Regisseur Jaco van Dormael lässt sie ständig waten, was manchmal für schöne poetische Bilder sorgt, aber zugleich...
Welche Brünnhilde ist am schwersten zu singen?
Für mich die der «Walküre», weil sie sehr tief liegt. Ich mache immer drei Kreuze, wenn’s vorbei ist. Die «Siegfried»-Brünnhilde singt sich dagegen wie nix. Und bei «Götterdämmerung» hat man vom Spiel her einen anderen Zugriff. Bei der «Walküre» hat meine Lehrerin Ingrid Bjoner immer gesagt: «Ach Gott, diese...
