Wolken am Firmament
Das «Urlicht» glimmt noch, aber Samuel Hasselhorn, der mit dem gleichnamigen Album und Orchesterliedern von Mahler, Korngold, Zemlinsky und Braunfels kürzlich erst Furore machte (berechtigter Lohn war die Kür zur «CD des Monats»), bewegt sich bereits wieder in den Gefilden der frühen Romantik, einer ihm zutiefst vertrauten ästhetischen Landschaft: «Licht und Schatten» ist seine neue CD übertitelt, sie greift damit die genuin Schubertische Dialektik aus «Lachen und Weinen» auf.
15 Lieder, einige davon am Rande des Kanons beheimatet, hat der Bariton ausgesucht und sie mit seinem Pianisten Ammiel Bushakevitz zu einem Panorama der Introspektion gebündelt. Doch kein verzärtelter, in sich verpuppter, hyperempfindsam-larmoyanter Künstler tritt uns hier entgegen. Es ist der zu allem entschlossene, mitteilungsbereite, zwischen den Extremen hin und her pendelnde Weltenwanderer. Und das schon im ersten Lied «Die junge Nonne» auf Verse von Jacob Nicolaus Craigher de Jachelutta (eines Zeitgenossen Schuberts), in dem die Titelfigur dem äußeren Brausen das innere Aufgewühlt-Sein beinahe trotzig entgegensetzt. Hasselhorn «verkörpert» die Irrungen und Wirrungen dieser verwundeten Seele, ihr ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Jürgen Otten
Es ist eine Menge los im neuen Dortmunder «Don Giovanni»: Schon in der Ouvertüre tuscheln der Titelheld und sein Diener auf einer Bank am linken Bühnenrand und brechen in höhnisches Gelächter aus. In rascher Folge huscht auch das übrige Personal herbei. Konstellationen werden angedeutet, stumme Szenen skizzieren die folgenden Turbulenzen. Derweil hat George Petrou...
Dieser Mephisto kommt mir nicht ins Haus!», rief Bertel Braunfels, die Gattin des Komponisten, voller Vorahnung aus, als Adolf Hitler 1920 nach einem Besuch der «Vögel» an Walter Braunfels herangetreten war. Der spätere «Führer» wünschte sich eine Hymne für seine frisch gegründete Partei und hielt den Namen «Braunfels» für urdeutsch, doch der Komponist lehnte ab....
Zu den erstaunlichen Aspekten dieses in vielfacher Hinsicht erstaunlichen Stücks gehört, dass es von einem jungen Mann geschrieben wurde. «Guercœur» mutet in vielem an wie ein opus summum. Albéric Magnard war aber Mitte Dreißig, als er daran arbeitete. Eine Tragédie en musique nennt er sein zwischen 1897 und 1900 entstandenes Werk, knüpft damit ans barocke...
