Dunkle Brillanz
Erotik als strafbares Mysterium, der sündhafte Mensch unter der Knute Gottes, und das weltberühmte Schmerzensmal eines queeren Komponisten: Dieses Konzert der Berliner Philharmoniker vereinte emotionale und spirituelle Rammböcke. Samuel Barbers «Adagio for Strings» und Sofia Gubaidulinas 2020 unter Oksana Lyniv in Wien uraufgeführtes Orchesterwerk «Der Zorn Gottes» erklangen vor der Pause.
Die in schroffen Schichtungen beginnenden, dann zu monumentalem Drohen emporwachsenden Klangkaskaden der gläubigen Komponistin be -reiteten Rachmaninows groß besetzten Einakter «Francesca da Rimini» kraftvoll vor. Um leidenschaftliche Ekstase geht es hier, um einen Doppelmord sowie um die ewige Verdammnis. Zum Schluss wurde im Konzert ein real bestehender Konflikt in Erinnerung gebracht. Da blickte der ukrainische Tenor Dmytro Popov ungerührt, aber mit leichter Anstrengung ins jubelnde Publikum, während ihm die anderen Solisten, allesamt russischer Herkunft, mit Herzlichkeit zulächelten.
Rachmaninows Oper nach der berühmtesten Episode in Dantes «Göttlicher Komödie» ist ein suggestives Werk. Der Komponist hatte es 1905 zum Antritt als Kapellmeister am Moskauer Bolschoi Theater komponiert und ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Roland H. Dippel
Am Jakominiplatz nachts um halb eins. Die letzten Straßenbahnen und Busse schleichen über die eingelassenen Gleise, vor dem ehemaligen Dorotheum, das seit einigen Jahren ein angesagtes Boutique-Hotel beherbergt, warten Taxis auf Kunden, einzelne Passanten schlendern rauchend in Richtung Opernring. 200 Meter weiter, am Kaiser-Josef-Platz, blickt man in erleuchtete...
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Im oberen Fenster eines bunt bemalten Fachwerkhauses klebt ein selbstgebasteltes Pappschild: «Für die Vielfalt! Gegen rechts!». Hildesheim ist ein kleines Juwel der Fachwerkarchitektur. Neben einer mühevoll wiederaufgebauten Innenstadt, die diesbezüglich im Zweiten Weltkrieg einen großen Bestand eingebüßt hat, gibt es ganze Straßenzüge mit erhaltenen, aufwendig...
