Wohnzimmertauglich
Glück im Unglück: Eine defekte Sprinkleranlage, die das Duisburger Theater unter Wasser setzte, vereitelte im vergangenen Jahr die Aufführung des 2017 in Düsseldorf begonnenen, mittlerweile komplettierten «Rings» in der Inszenierung von Dietrich Hilsdorf. Doch die Notlösung einer konzertanten Wiedergabe in der benachbarten Mercatorhalle erwies sich dann für den geplanten CD-Mitschnitt in akustischer Hinsicht als ideal – jedenfalls im «Rheingold», das durch eine glückliche Balance zwischen Orchester und Stimmen besticht.
Selten versteht man bei heutigen Aufführungen so viel von Wagners Text, selten hört man einen so transparenten, gut gestaffelten Orchesterklang – zweifellos das Ergebnis einer sorgfältigen Einstudierung. Axel Kober, der auch in Bayreuth schon erfolgreiche Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, trägt seine Sänger gleichsam auf Händen, nimmt, wo es nötig ist, das Orchester zurück, um dem Drama den Vortritt zu lassen, und erreicht damit ein musikalisches Hörspiel, wie gemacht für die Rezeption am heimischen Lautsprecher. Die Duisburger Philharmoniker müssen ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, bei den orchestralen Höhepunkten dreht Kober gebührend auf. Ein ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Tolles Cover. Ungeschönt, ehrlich, direkt. Dazu erzählt es viel über diese ziemlich außergewöhnliche Frau. Der Blick ist klar, streng und doch verträumt, fast liebevoll. Um die geschlossenen Lippen spielt leise Ironie. Und beide Arme sind verschränkt, einerseits resolut, andererseits wie zum Schutz. Sie ließen sich öffnen. Und mit ihnen würde man einen Weg...
Die Bühne für «Das große Welttheater», ein musikalisches Schauspiel für Sänger, Schauspieler und Musiker nach Pedro Calderón de la Barca, in der Regie von Calixto Bieito, mit dem ich seit 2006 zusammenarbeite, zeigt, was mir viel bedeutet: die Verbindung von Raum, Bewegung und Musik. Und wie kraftvoll diese Synergie wirken kann. Der Raum nicht als statischer Ort,...
Man sieht es, das Drama. Und muss sogleich an Heinrich Heine denken, an die zweite und dritte Strophe seines tieftraurigen «Traum»-Gedichts, darin die Seele des Dichters so unverkennbar leidet an der Welt. «Ich habe im Traum geweinet, / Mir träumt’, du verließest mich. / Ich wachte auf, und ich weinte, / Noch lange bitterlich. – Ich hab’ im Traum geweinet, / Mir...
