Wo Mozart Lehár heißt
Auch der Regen ist der gleiche. Vielleicht liegt es ja daran, dass Bad Ischl und Salzburg nur gute fünfzig Kilometer trennen – in der Festspiel-Atmosphäre sind sich die beiden Bilderbuch-Lokalitäten nicht unähnlich. Bloß dass Mozart in der ehemaligen k. u. k. Sommerfrische Lehár heißt und sich dort folgerichtig (fast) alles um Operette dreht.
Selbst am Frühstückstisch, wo die aktuellen Produktionen vom Vorabend ausdiskutiert und im Hinblick auf ihre Modernität kritisch durchleuchtet werden: etwa ob ein Danilo blond sein dürfe oder es sich schicke, den Schauplatz Pavillon in der «Lustigen Witwe» in eine Kutsche zu verlegen.
Das umreißt schon eine Problematik, mit der es Lehár-Festival-Intendant Michael Lakner zu tun hat: den Konservativismus eines älteren, vorwiegend österreichischen Operettenpublikums. Doch das ist künstlerischer Alltag und wiegt längst nicht so schwer wie die Budgetsorgen, die den Intendanten alljährlich plagen. Nur zwanzig Prozent der knapp 1,2 Etat-Millionen Euro sind Subventionen, der Rest muss aus Eigeneinnahmen und Spenden finanziert werden. Da ist eine maximale Auslastung der dreißig Vorstellungen unabdingbar, was mit dem Ausbleiben deutscher Gäste in ...
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