Wo die wilden Kerle wohnen

Verdi: I masnadieri Weimar / Deutsches Nationaltheater

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Wälder, Felder, Schlösser, Burgen, ein Bus Richtung «Buchenwald»: Mit der Ouvertüre zu Verdis «I masnadieri» nach Schillers Erstlingsdrama «Die Räuber» hebt eine sentimental-ironische Dia-Show thüringischer Heimatbilder an. Zum elegischen Cello-Solo, über eine verschneite Feldlandschaft projiziert, folgt sodann die Prämisse des Weimarer Theaterabends: Man habe Mitglieder der rechts- und linksradikalen Szene im Land nach ihren Ansichten, Ängsten und Hoffnungen befragt.

Volker Löschs Inszenierung kommt zunächst als Dokumentarfilm daher, dessen Vorspann über eine vor die Bühne gespannte Leinwand flimmert. Die Musik ist Soundtrack.

Mit Beginn der Handlung erfolgt ein Medienwechsel: Die Leinwand hebt sich, nun hängen statt klassischer Übertitel riesige Sprechblasen in den Raum, in denen vornehmlich Ausschnitte der im Vorspann erwähnten Gespräche erscheinen. Die Oper wird zum Comic-Strip, dessen einzelne Bilder durch Blacks scharf voneinander abgesetzt sind. Zwischen den Nummern, wieder auf großer Leinwand eingeschoben, schlagen Zusammenfassungen des Geschehens inhaltliche Brücken vom Libretto zur neuerfundenen Dokumontage: Da sehnt sich Karl Moor nach dem starken Führer und trauert der ...

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Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Katharina Duda

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