Wirkungslos verpufft

Verdis «Attila» in einer Neuaufnahme mit Ivan Repušić und dem Münchner Rundfunkorchester

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Verdis neunter, 1846 in Venedig uraufgeführter Oper «Attila» begegnet man selten auf der Bühne. Peter Konwitschny hat sie 2013 in Wien als schrilles Kasperletheater, Dietrich Hilsdorf 2017 in Bonn als blutrünstige Groteske bebildert. Beides trifft das kolossal dimensionierte Schauerdrama um die Ermordung Attilas, das Verdi hier im Stil eines Hollywood-Monumentalfilms mit breitem Pinsel, aber höchst effektvoll im Wechsel von Hell und Dunkel komponiert hat.

Auf die Sturmnacht folgt im Prolog ein majestätischer Sonnenaufgang, auf Attilas Albtraum (zweiter Akt) eine geisterhafte Prozession, die den Hunnenkönig vor dem Christengott niederknien lässt. Und das Freudenfest endet nach einem Blitzschlag in völliger Finsternis mit einem fast tonlos gestammelten Flüsterchor – allemal höchst originelle Musik, während die eher konventionellen Arien und Duette in jeder anderen frühen Oper Verdis stehen könnten.

In der Neuaufnahme – dem Mitschnitt einer konzertanten Münchner Aufführung mit dem Rundfunkorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks vom Oktober 2019 – verpuffen gerade diese exzentrischen Massenszenen wirkungslos in passiver Routine. Anders als Giuseppe Sinopoli in einem Wiener ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Uwe Schweikert

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