Spektakel, Spannung, Spaß

Das Opernloft in Hamburg versucht den Spagat zwischen Konvention und Improvisation, kämpft aber um sein Überleben

Es klingt vielversprechend. Ein traumhafter Blick auf die Elbe, Lieblingsarien und ein Glas Wein, die Spieldauer stets «erfrischende» 90 Minuten, in einem Wort: «#operkanngeil». Yvonne Bernbom, Susann Oberacker und Inken Rahardt, die Macherinnen des Opernlofts in Hamburg, legen in der Außenkommunikation sichtbar Wert darauf, dass die vermeintlich elitäre Kunstform als Gesamtpaket zuallererst Spaß und spannende Spektakel bietet.

Künstlerisch jedoch, und das ist Rahardt, die einen Teil der jährlich vier bis fünf Produktionen selbst auf die Bühne bringt, wichtig, werden keine Abstriche gemacht.

Die Gäste honorieren das. Durchaus fachkundig wird wahrgenommen, ob «Nessun dorma», ein abseitiger Regie-Einfall (Tosca als Inhaberin einer Pizzeria) oder die drei Rheintöchter das nötige Niveau bieten. Die letzte Besucherumfrage hat ergeben, dass sich das Publikum mit dem von Staatsoper und Laeiszhalle überschneidet. Dazu kommen viele Schauspielfreunde nach Altona – was sich zum Teil durch die zahlreichen früheren Gastspiele der Truppe im Ernst-Deutsch-Theater erklärt. «Die interessieren sich wirklich dafür, was die Regie mit dem Werk anfängt», sagt Rahardt.

Der Inszenierung wird denn auch ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Stefan Knies