Wirkung ohne Ursache

Wie Philipp Stölzl Hector Berlioz’ «Benvenuto Cellini» in Salzburg als Bilderfeuerwerk verpuffen lässt

Opernwelt - Logo

Dem Typus des egomanischen, seine Ziele passioniert und rücksichtslos verfolgenden Künstlers begegnen wir in Erinnerungen des Benvenuto Cellini ebenso wie in den Memoiren von Hector Berlioz. Beide, das Renaissance-Genie und der romantische Künstler, bewunderten die Meis­ter der Vergangenheit, beide kämpften um neue Methoden und Formen.

In Cellinis Bericht über den Guss der Perseus-Statue gipfeln die Memoiren, so wie die Oper von Berlioz ihren Höhepunkt erreicht, wenn Cellini alle seine Werke um des einen Meisterwerkes willen – die berühmte Perseus-Statue, die seit dem Jahr 2000 wieder in der Florentiner Loggia di Lanzi zu bewundern ist – in den Schmelzofen werfen lässt.
Als der Komponist sich vierzehn Jahre nach der missglückten Uraufführung seines «Benvenuto Cellini» dem alle Normen sprengenden Werk erneut zuwandte, schrieb er: «Ich habe gerade meine arme Partitur sorgfältig und mit größter Unparteilichkeit wieder gelesen und komme nicht um die Feststellung herum, dass sie eine Vielfalt von Ideen enthält, eine Vitalität und einen Schwung und vor allem eine Brillanz musika­lischer Farben, die ich wohl nie wieder erreichen werde». Im Verlauf der Aufführungs- oder besser: der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Kesting

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Blaubartzimmer der Seelen

Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kris­teva) an­gesiedelte Stück...

Editorial

Vor zehn Jahren erschien die erste «Opernwelt»-CD. Die Reihe, die seitdem entstanden ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen. Immer standen Sängerinnen und Sänger im Mittelpunkt, die von der Plattenindustrie kaum oder einseitig wahrgenommen wurden. Immer haben wir Konzepte mit den Künstlern gemeinsam entwickelt, dabei nicht selten auf verborgene Schätze aus...

Starke Frauen

Chefsache: Intendant Matthias Fontheim stellte sich in Mainz als Opernregisseur vor. Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt erfüllte sich, dem Orchester und dem Publikum mit Strauss' «Rosenkavalier» einen Wunsch. Ihre Mutter, die Sopranistin Judith Beckmann, zählte in den achtziger Jahren zu den gesuchten Interpretinnen der Marschallin. Es gibt also, wenn man...