«Wir sind da, um kreativ zu sein»

Hans Werner Henze im Briefwechsel mit Ingeborg Bachmann

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«Ihre gedichte sind schön, und traurig, aber die idioten, selbst leute, die so tun, als ob sie ‹verstünden›, verstehen nicht.» Diese Zeilen, noch während der Tagung der Gruppe 47 Ende Oktober/Anfang November 1952 auf Burg Berlepsch geschrieben, markieren den Beginn der Freundschaft zweier damals gerade sechsundzwanzigjähriger Künstler, der Dichterin Ingeborg Bachmann und des Komponisten Hans Werner Henze. Bachmann las Gedichte aus ihrem im Jahr darauf erschienenen Gedichtband «Die gestundete Zeit».

Es war, wie Henze Monate später schrieb, «die erfreuliche entdeckung Ihrer verwandschaft mit unserer jungen musik», nämlich «sachliche würde, stolze herbheit und dodekaphonistische kühle..., dazu die ausgemachte schönheit und linearität», die ihn an den Versen der jungen Österreicherin faszinierte. Bachmann selbst war von Henzes Musik, als sie wenig später die Zwischenspiele aus der Oper «Boulevard Solitude» hörte, nicht minder angetan. Auch sie hebt, neben der Bewusstheit und Gestimmtheit, die «neue Schönheit» hervor, «mit der Sie dieser Zeit ein paar Schritte voraus sind sich ihr selbst vorausnehmen und schon verwandeln.»
Mit diesem ersten brieflichen Austausch nahm eine ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Magazin, Seite 28
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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